Stadt Weinheim investiert in den Kanalbau und damit in den Umwelt- und Gewässerschutz

Bald schauen nur noch die Deckel raus

Bürgermeister Dr. Torsten Fetzner konnte sich in Begleitung seiner Mitarbeiter Oliver Torni und Michael Lippmann vom Tiefbauamt vom erfreulich raschen Baufortschritt überzeugen.

Bald wächst wieder Gras über den Beton. Dann wird das wildromantische Gängelbachtal zwischen Ober- und Unterflockenbach wieder (fast) so aussehen wie zuvor. Nur ein paar Kanaldeckel und Schachtabdeckungen ragen noch aus dem Boden heraus. Und die neu gebaute Abfahrt von der Straße in den Wald zeigt, dass dort unsichtbar in der Erde ein gewaltiges Bauwerk liegt.

Die Stadt Weinheim investiert im Moment einmal wieder in den Kanalbau – und damit direkt in den Umwelt- und Gewässerschutz. Mit einem neuen Regenüberlaufbecken am nördlichen Ortsausgang von Oberflockenbach wird das natürlich belassene Gängelbachtal künftig vor den Verschmutzungen bewahrt, die in der Vergangenheit nach immer häufiger auftretenden Starkregenfällen aufgetreten sind. Bislang lief bei größeren Wassermassen stets der Kanal über in den Gängelbach – und mit ihm Rückstände, die es nicht selten bis in den Nachbarort Unter-Flockenbach hinunterspülte. Das konnte – auch aus gesetzlichen Gründen – so nicht bleiben. 

Das Tiefbauamt der Stadt Weinheim, exakter dessen Eigenbetrieb „Stadtentwässerung“, konnte das Projekt so weit vorbereiten, dass der Gemeinderat im Mai 2013 einen Vergabebeschluss treffen konnte, sowie die Investition in den Rohbau in Höhe von rund 975.000 Euro freigeben. Alles ging dann schnell und reibungslos: Im August konnte die Firma Rapp Hoch- und Tiefbau aus Mosbach mit den Bauarbeiten beginnen. Der milde Winter meinte es gut mit den Leuten vom Bau, so dass die Rohbauarbeiten am neuen Becken jetzt abgeschlossen werden konnten. Bürgermeister Dr. Torsten Fetzner konnte sich jetzt in Begleitung seiner Mitarbeiter Oliver Torni und Michael Lippmann vom Tiefbauamt vom erfreulich raschen Baufortschritt überzeugen. In diesen Tagen beginnt die Ausschreibung für die technischen Einrichtungen , die Ausführung dieser ist in der Zeit von  Mai bis August diesen Jahres , dann kann das Überlaufbecken im Sommer in Betrieb gehen; rechtzeitig zu den üblichen Gewitterregen im August. Zeit- und Kosten liegen im Plan, wie Tiefbauingenieur Torni versicherte. 

600 Kubikmeter Wasser, das bei Starkregen den Kanalsteilstrecken hinabdonnert, können die Beckenkammern vorübergehend aufnehmen, um sie dann erst nach und nach wohldosiert wieder in das Kanalnetz  abzugeben. Erst wenn die Beckenkapazität erschöpft ist, wird es in den Gängelbach entlastet. Hierbei handelt es sich jedoch um bereits stark verdünntes Mischwasser. Dadurch werden Verschmutzungen vermieden – die Wasserqualität wird nicht beeinträchtigt. 

Das Regenüberlaufbecken im Gängelbachtal ist gleichzeitig aber auch der erste Schritt einer deutlichen Verbesserung der Infrastruktur in Oberflockenbach, wo die Kanalkapazität generell unterdimensioniert ist. Bis Ende 2015 sollen weitere rund 330.000 Euro in den Ausbau der oberhalb des Beckens liegenden Kanäle fließen, die ersten 50.000 Euro für Planungsarbeiten sind im aktuellen Haushalt schon vorgesehen.