Heidelberg: Karlstorkino zeigt eine zeitlose Flüchtlings-Geschichte

Filmplakat Casablanca (Quelle: Pixabay)
Filmplakat Casablanca (Quelle: Pixabay)

Heidelberg. Das Karlstorkino (Südstadt) zeigt am 29. April einen sehr bekannten Film, der eine zeitlose Flüchtlings-Geschichte illustriert. Die Flüchtenden kommen zwar nicht in einem überfüllten Boot an und werden nicht in überfüllte Camps gepfercht, dennoch ist Casablanca (USA 1942) ein Migranten-Drama – und eines der erfolgreichsten  Werke der Filmgeschichte.

Gleichwohl kritisiert der Film weniger die Ungerechtigkeit der Behandlung, sondern stimmt den Zuschauer auf das Schicksal der Figuren ein und was sie daraus machen. Ilsa Lund (Ingrid Bergmann) will ihren Mann Victor Laszlo (Paul Henreid) aus Europa und vor den Nazis in Sicherheit bringen. Dafür spricht sie in der nordafrikanischen Küstenstadt Casablanca ihren früheren Geliebten Rick Blaine (Humphrey Bogart) an, der sein Lokal dort so führt, dass in „Rick’s Cafè“ Menschen jedweder Couleur ein- und ausgehen dürfen, solange sie sich halbwegs anständig verhalten. Rick ist also  derjenige, der eine erfolgreiche Flucht organisieren kann.

Die Story hat für eine moderne Migranten-Story zu viel Stil, könnte man sagen. Die Figuren sind schick gekleidet und haben ausreichend Geld für eine menschenwürdige Unterkunft – noch. Aber damals wie heute flüchten sie aus Staaten, in denen ihr Leib und Leben bedroht sind und damals wie heute gestaltet es sich als sehr schwierig, an das Ziel zu kommen. Vielleicht gibt es noch eine andere Parallele: Sie, die Flüchtenden, treffen auf ihrer Flucht auf Menschen, die ihnen aus Selbstlosigkeit helfen. Rick (Bogart) bricht mit der früheren Idee, Laszlo (Henreid) zu hintergehen, mit Ilsa (Bergmann) abzuhauen und den Widerstandkämpfer Laszlo den Nazis zu überlassen. Stattdessen verzichtet der bis dahin illusionslose Rick auf die Wiedervereinigung mit Ilsa und bezieht das offenbar erste Mal in seiner neuen Heimat Position. Er entscheidet sich dafür das Richtige zu tun, der Ausgang für ihn ist ungewiss.

Bleibt die Frage: Sie die Sea Watch – Schiffe im Mittelmeer von heute die Rick Blains der Gegenwart? Eines ist sicher: Einer Ingrid Bergmann (übrigens war sie kurioserweise eine Schwedin) kann man schlecht die Tür weisen.

Karlstorkino (Südstadt), 29. April 2023, Beginn 19.00 Uhr, OmdtU

(Quelle: Hannes Blank)

Ilsa: Play it once, Sam. For old times‘ sake.

Sam: [lying] I don’t know what you mean, Miss Ilsa.

Ilsa: Play it, Sam. Play „As Time Goes By.“

Sam: [lying] Oh, I can’t remember it, Miss Ilsa. I’m a little rusty on it.

Ilsa: I’ll hum it for you. Da-dy-da-dy-da-dum, da-dy-da-dee-da-dum…

[Sam begins playing]

Ilsa: Sing it, Sam.

Sam: [singing] You must remember this / A kiss is still a kiss / A sigh is just a sigh / The fundamental things apply / As time goes by. / And when two lovers woo, / They still say, „I love you“ / On that you can rely / No matter what the future brings-…

Rick: [rushing up] Sam, I thought I told you never to play-…

[Sees Ilsa. Sam closes the piano and rolls it away]