Darmstadt (ots) – Ein Randalierer hat in einer Straßenbahn der Linie 8 am Mittwoch 31.8.2022 gegen 10 Uhr einen Polizeieinsatz in der Landskronstraße ausgelöst. Zeugen berichteten von einem Mann in unkontrollierbarem Zustand, der in der Straßenbahn die Fahrgäste anbrüllte, lautstark beleidigte und dabei einen stark verwirrten Eindruck erweckte.

Die hinzueilenden Polizisten trafen an der Haltestelle Landskronstraße auf den tobenden 26-jährigen Mann, der aufgrund seiner psychischen Verfassung in die Notaufnahme einer psychiatrischen Klinik gebracht werden musste. Hierzu waren die Einbindung mehrerer Streifen sowie die Unterstützung eines Diensthundes erforderlich.

Das andauernd aggressive Verhalten des 26-Jährigen äußerte sich vor allem auch in der Notaufnahme durch massive Beschimpfungen, vulgäre Beleidigungen und gezielte Spuckattacken auf die Umstehenden. Er traf hierbei sowohl das Klinikpersonal, die Rettungssanitäter, als auch die eingesetzten Polizisten.

Trotz mehrfacher verbaler Aufforderungen ließ der Mann von seinem Verhalten nicht ab. Zu seiner Behandlung waren eine Ärztin, mehrerer Rettungssanitäter und Pfleger, sowie die zur Unterstützung gerufenen Polizeibeamten erforderlich.
Auch während seiner Fixierung auf einer Liege beleidigte und bespuckte er das Klinikpersonal und die Polizisten.

Nachdem sich der 26-Jährige weiterhin nicht beruhigte, soll ihn einer der eingesetzten Beamten geohrfeigt haben. Für dieses Verhalten entschuldigte sich der Beamte noch an Ort und Stelle.
Nach dem Einsatz teilten sowohl der Beamte als auch die weiteren am Einsatz beteiligten Streifen unabhängig voneinander und unmittelbar das Geschehen ihren Vorgesetzten mit. Die Meldungen führten zur umgehenden Prüfung des Sachverhalts und der Einleitung eines Ermittlungsverfahrens gegen den Beamten.
Noch am Nachmittag erfolgten erste Vernehmungen des Klinikpersonals.

Der betroffene Beamte suchte aus eigener Veranlassung am Donnerstag 01.09.2022 die Klinik erneut auf, um sich bei dem 26-Jährigen und dem Klinikpersonal für sein Verhalten zu entschuldigen.

Polizeivizepräsident Rudi Heimann bezieht klar Stellung:

„Jegliches Fehlverhalten, besonders gegenüber wehrlosen Personen, ist nicht zu dulden und wird konsequent verfolgt. Die Polizei ist der Garant für die Rechtstaatlichkeit und steht für die Werte wie Respekt und Professionalität. Dafür genießen wir das Vertrauen der Bevölkerung.

Der Sachverhalt wird lückenlos aufgeklärt und abhängig vom Ermittlungsergebnis alle notwendigen Maßnahmen getroffen. Besonders hervorheben möchte ich in diesem Zusammenhang das Verhalten aller am Einsatz beteiligten Kollegen, die unmittelbar ihre Vorgesetzten über den Sachverhalt informierten. Dies zeigt, dass innerhalb der Polizei mögliches Fehlverhalten nicht toleriert wird und Fehler selbständig reflektiert werden.“

Das Polizeipräsidium Südhessen hat nach der Prüfung des Sachverhaltes ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts der Körperverletzung im Amt gegen den Beamten eingeleitet.

Inwieweit sich der tobende 26-Jährige für sein Verhalten strafrechtlich verantworten muss, wird noch geprüft.

Weiterer Fall von Körperverletzung im Amt vom 02.09.2022

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