Heidelberg: Stadtnotizen 04.11.2020

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Herbstschule abgeschlossen: Junge Geflüchtete konnten sich in den Ferien qualifizieren

Deutschkenntnisse vertiefen, um die berufliche Orientierung zu unterstützen – das war für sechs junge Geflüchtete trotz der Corona-Pandemie in den Herbstferien möglich. Als Schülerinnen und Schüler im VABO (Vorqualifizierungsjahr Arbeit/Beruf) konnten sie vom 26. Oktober bis 30. November an der einwöchigen Herbstschule teilnehmen. Verantwortlich für die Durchführung war im Auftrag der Stadt die Jugendagentur Heidelberg in enger Kooperation mit der Volkshochschule Heidelberg (vhs) sowie der Johannes-Gutenberg-Schule. Die Finanzierung erfolgte aus Spendenmitteln des Heidelberger Mäzens Wolfgang Marguerre. Mit der Maßnahme unterstützt die Stadt junge Geflüchtete darin, sich rasch und nachhaltig in Gesellschaft und Arbeitswelt zu integrieren.

Das spezielle Ferienangebot gibt es in Heidelberg seit 2018 und richtet sich an motivierte Schülerinnen und Schüler, die nach Deutschland geflüchtet sind. Wegen der Corona-Pandemie fand das Angebot in diesem Jahr nicht wie üblich zweiwöchig im Sommer, sondern auf eine Woche verkürzt in den Herbstferien statt. Auch inhaltlich lag der Fokus stärker als sonst auf dem Deutscherwerb. Coronabedingt mussten gemeinsame Freizeitaktivitäten im Rahmen der Herbstschule gestrichen werden. Unterrichtsort war die Johannes-Gutenberg-Schule.


Feldweg im Gewann Falgen in Handschuhsheim wegen Sanierung gesperrt

Die Stadt Heidelberg wird voraussichtlich ab Montag, 9. November 2020, in Handschuhsheim im Gewann Falgen die Ränder des Feldweges sanieren. Die Arbeiten dauern zwei Wochen. Damit an der Wegedecke gearbeitet werden kann, müssen die betroffenen Wegeabschnitte gesperrt werden. Für die dort ansässigen Grundstücksbesitzer kann es daher zu Behinderungen kommen. Die Stadt Heidelberg bittet alle Anlieger und Nutzer um Verständnis.


#prinziphoffnung: Heidelberg sendet Hoffnungsbotschaften in der Coronakrise – UNESCO-Literaturstadt plant mit regionalen Autoren Literaturaktion in den Sozialen Medien

Die UNESCO City of Literature Heidelberg startet in der Coronakrise eine weitere Kunstaktion: Unter dem Hashtag #prinziphoffnung soll an 15 Tagen zwischen dem ersten Adventswochenende 2020 und Ende Januar 2021 jeweils eine Textbotschaft einer Heidelberger Autorin oder eines Autors zum Thema „Prinzip Hoffnung“ in den Sozialen Medien präsentiert werden. Der Titel der Aktion bezieht sich auf das Hauptwerk „Das Prinzip Hoffnung“ des Philosophen Ernst Bloch (1885-1977), das er 1938 bis 1947 im amerikanischen Exil schrieb. Hier werden menschliche Fähigkeiten und Techniken erläutert, wie man zum Beispiel mit Tagträumen und Wunschbildern bewusst das Staunen und Hoffen lernen kann, selbst im „Dunkel des gelebten Augenblicks“.

Autorinnen und Autoren aus Heidelberg sind dazu eingeladen, sich mit dem Werk Blochs zu beschäftigen und selbst einen kurzen Text zu verfassen, der die Leserinnen und Leser in diesen besonderen Zeiten darin unterstützen kann, Hoffnung für die Zukunft zu schöpfen. Neben Text sind zusätzlich auch Karikaturen, Illustrationen oder Kalligraphie willkommen. Aus allen eingesandten Texten, die bis 23. November beim Kulturamt der Stadt eingegangen sind, werden 15 für die Aktion #prinziphoffnung ausgelost. Veröffentlicht werden die Texte dann ab Samstag, 28. November, zunächst jeweils an den Adventswochenenden und an den Weihnachtsfeiertagen.

„Ich sehe mit großem Interesse, den Hoffnungs-Botschaften unserer Autorinnen und Autoren entgegen. Gemeinsam ein Zeichen der Hoffnung und Perspektive zu senden, ist mir persönlich in diesen Tagen ein großes Anliegen“, sagt Oberbürgermeister Prof. Dr. Eckart Würzner. Die Texte werden zunächst auf Facebook und Instagram gepostet. Dann sollen sie von Heidelberg aus geteilt und in die Welt versendet werden.

#prinziphoffnung steht in einer Reihe von Kunst-Aktionen des Kulturamts der Stadt Heidelberg während der Corona-Pandemie. So wurden bei „Solo Fanstastico“ (zusammen mit dem Theater und Orchester Heidelberg) im Frühjahr kurze Videobeiträge von regionalen Künstlerinnen und Künstlern veröffentlicht und bei „CORONLINE“ Heidelberger Künstlerinnen und Künstler in aufgezeichneten Fernsehshows eine Bühne gegeben.

Kontakt: unesco.creative.city@heidelberg.de


Corona-Pandemie: Zentrale Gedenkfeier zu Reichspogromnacht abgesagt – Bürgerinnen und Bürger können Steine in Gedenken an die Opfer ablegen

Am 9. November jähren sich die schrecklichen Ereignisse der sogenannten Reichspogromnacht: Vor 82 Jahren zerstörten die Nationalsozialisten in Heidelberg und ganz Deutschland Synagogen. Zahlreiche Häuser, Geschäfte und Einrichtungen von Heidelbergerinnen und Heidelbergern jüdischen Glaubens wurden geplündert und zerstört. Auf grausame Weise wurde das Leben der jüdischen Gemeinde beendet. Der Stadt Heidelberg ist es ein wichtiges Anliegen, die Erinnerung an die jüdischen Bürgerinnen und Bürger Heidelbergs, denen damals grausames Unrecht geschah, aufrecht zu erhalten.

Aufgrund der Corona-Pandemie mit deutlich ansteigenden Infektionszahlen muss die Stadt Heidelberg zum Schutz aller Beteiligten die jährliche, zentrale Gedenkfeier am 9. November 2020 auf dem Synagogenplatz in der Altstadt absagen. Bürgermeister Wolfgang Erichson und Rabbiner Janusz Pawelczyk-Kissin werden allerdings in kleinem Kreis vor Ort der Opfer gedenken.

Die Stadt Heidelberg und die jüdische Kultusgemeinde möchten den Bürgerinnen und Bürgern in diesem Jahr eine alternative, dem Infektionsschutz angemessene Möglichkeit bieten, ihrem Gedenken an die Opfer der Reichspogromnacht Ausdruck zu verleihen: Die Stadt wird am Montag, 9. November 2020, ab 10 Uhr am Synagogenplatz (Große Mantelgasse/Ecke Lauerstraße) Gedenksteine zur Verfügung stellen. Wer möchte, ist eingeladen, an diesem Tag nach altem jüdischen Brauch einen Stein auf die dort angebrachten Gedenktafeln abzulegen.


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