Frankfurt: Reinigung und Wartung des Theatertunnels – „Was heißt das eigentlich?“

Reinigung des Theatertunnels durch die FES (Foto: ASE Frankfurt)
Reinigung des Theatertunnels durch die FES (Foto: ASE Frankfurt)

Frankfurt am Main – Halbjährlich reinigt und wartet die Stadt Frankfurt am Main den Theatertunnel, so auch derzeit in den beiden Nächten vom 8. bis 10. Oktober 2019. Dabei ist es erforderlich, den Tunnel in beiden Nächten zu sperren. Die Wartungsarbeiten werden tagsüber fortgesetzt – allerdings werden dann nur Arbeiten erledigt, die den Verkehrsfluss nicht beeinträchtigen. Was genau wird eigentlich gemacht? Im Folgenden dazu ein paar Fragen und Antworten.

Welche Bedeutung hat der Theatertunnel?

Der Theatertunnel ist eine der Hauptverkehrsadern in der Frankfurter Innenstadt. Er verbindet die Berliner Straße mit der Gutleutstraße und verläuft unterhalb des Willy-Brandt-Platzes (früher Theaterplatz). Mehr als 14.000 Fahrzeuge passieren ihn täglich, davon die meisten in westlicher Richtung. 1973 wurden die Arbeiten an dem Theatertunnel aufgenommen. Dem voraus gingen Rohbauarbeiten für die U-Bahn am Willy-Brandt-Platz. Pünktlich zur Fußballweltmeisterschaft im Jahr 1974 wurde der Theatertunnel in Betrieb genommen. Er ist 415 Meter lang, einschließlich der Rampen 655 Meter.

Was wurde seit Inbetriebnahme gemacht?

Nach mehr als 30-jährigem Betrieb erneuerte die Stadt Frankfurt den Tunnel in der Zeit von Juli 2007 bis August 2008 grundlegend. Insbesondere in Sachen Brandschutz wurde das Bauwerk gemäß EU-Richtlinien sowie den Richtlinien für die Ausstattung und den Betrieb von Straßentunneln (RABT) modernisiert. Die RABT schließen ein professionelles Tunnelmanagement ein. Seitdem wird er ohne Ausnahme rund um die Uhr video- und anlagentechnisch von der Tunnelleitzentrale des Landes Hessen in Eschwege überwacht und gesteuert.

Die Modernisierung des Theatertunnels war eine logistische Herausforderung, denn die Arbeiten liefen weitestgehend während des laufenden Betriebs. Eine rund zehnwöchige Vollsperrung war jedoch nötig, um die Notstromversorgung, den neuen Verkehrsrechner sowie die Leittechnik fertigstellen zu können.

Von August bis November 2016 nahm die Stadt größere Reparaturen vor, zum Beispiel am Straßenbelag und an den Hebeanlagen. Zudem wurde die Verkehrsführung im Zuge der Baumaßnahme „Kornmarktarkaden“ im Bereich der Berliner Straße/Kornmarktarkaden und an der östlichen Rampe des Tunnels verändert.

Wer ist für den Tunnel zuständig?

Ursprünglich waren mehrere städtische Ämter am Betrieb des Theatertunnels beteiligt. Mit Umsetzung der RABT wurde das Amt für Straßenbau und Erschließung (ASE) nicht nur zum Straßenbaulastträger, sondern auch hauptverantwortliche Verwaltungsbehörde. Die Funktion des Tunnelmanagers ist ebenfalls beim ASE angesiedelt. Die organisatorische Verknüpfung macht es möglich, kurz- und langfristig Instandhaltungsarbeiten zu organisieren. Das ASE steht dabei in enger Abstimmung mit der verkehrlichen Baustellenkoordinierung des Straßenverkehrsamts.

Wie oft wird der Theatertunnel gewartet?

Der Tunnel wird halbjährlich gewartet und gereinigt – vorzugsweise in verkehrsärmeren Wochen (Oster- und Herbstferien oder Wochen mit Brückentag). Gearbeitet wird dabei stets in zwei aufeinander folgenden Nächten. Der Tunnel ist dann jeweils von 21 bis 6 Uhr gesperrt.

Was wird gereinigt?

Die Technikräume werden gesäubert, zudem Tunnel- und Rampenwände, Beleuchtungs- und Hinweiseinrichtungen, Fahrbahn und Notgehwege sowie Strahlenventilatoren. Videokameras und andere technische Einrichtungen befreit das Reinigungsteam von Rückständen aus Abgasen und Reifenabrieb, aber auch eingetragenen Tausalzen und Laub. Zum Abschluss erfolgt eine Reinigung der Straßenabläufe und eine Durchspülung der Grundleitungen.

Wie läuft die Wartung ab?

Der Tunnelmanager kontrolliert vorab monatlich sämtliche Bereiche des Tunnels und notiert/meldet Störungen und Defekte. Die dokumentierten Daten sind eine wichtige Grundlage für die eigentliche Wartung. Diese umfasst sämtliche technische Anlagen (Brandmelde-, Video- und Notstromanlage; Beleuchtungs- und Tunnelfunkanlage, Raumbelüftung und Wechselverkehrszeichen einschließlich Sperrvorrichtungen an den Tunnelportalen, etc.) in den Betriebsräumen, den Notausgängen und der Tunnelröhre an sich. Hierbei werden Sicht- und Funktionskontrollen nach in Arbeitskarten festgelegten Routinen durchgeführt. Bei Bedarf werden Einzelkomponenten oder Leuchtmittel ausgetauscht.

Die jährlichen Betriebskosten des Theatertunnels liegen bei knapp 500.000 Euro. Darin enthalten sind unter anderem die Kosten für die regelmäßigen Reinigungs- und Wartungsarbeiten, den Generalwartungsvertrag und den Energiebedarf.