Heidelberg – Informationen und Neuigkeiten aus der Stadt und den Stadt-/Ortsteilen.


„In Bewegung lebenslang“: Großer Informations- und Mitmachtag für Senioren am 5. Oktober

Informationen und Mitmachangebote für Seniorinnen und Senioren rund um das Thema „Gesundheit und Bewegung“ gibt es am Freitag, 5. Oktober 2018, im Haus am Harbigweg, Harbigweg 5, in Heidelberg-Kirchheim. Von 14 bis 17 Uhr laden dort die Stadt Heidelberg, der Sportkreis Heidelberg sowie das Netzwerk „Mehr Bewegung lebenslang“ zu Vorträgen, Beratungs- und Mitmachangeboten.

Seniorinnen und Senioren können beispielsweise Tai Chi, Tischtennis, Yoga auf dem Stuhl, Gymnastik, Sturzprophylaxe, Stretching und vieles mehr ausprobieren. Außerdem gibt es die Möglichkeit, an einem Alltagsfitnesstest mit einer individuellen Fitnessberatung teilzunehmen. Auf der wenige Meter entfernten „alla hopp!“-Anlage wird ein Trainingsprogramm für Seniorinnen und Senioren vorgestellt.

Der Mitmachtag wird um 14 Uhr vom Vorsitzenden des Sportkreises, Gerhard Schäfer, eröffnet. Im Anschluss spricht Dr. Robert Rupp von der Pädagogischen Hochschule Heidelberg über „Dauerhafte Motivation zum Sport im Alter“. Die Heidelberger Seniorenzentren und die Akademie für Ältere präsentieren ihr ständiges Angebot an Infoständen. Der Eintritt sowie Snacks und Getränke sind kostenfrei.

Intention der Veranstalter ist es, über die positive Wirkung von körperlicher Aktivität auf die Gesundheit zu informieren und Einblicke in das breite Spektrum der Bewegungsangebote für Seniorinnen und Senioren zu geben. Ältere Menschen sollen motiviert werden, möglichst lange mobil zu bleiben und somit Alternsrisiken wie Pflegebedürftigkeit, Demenz und chronischen Krankheiten vorzubeugen. Für sein niedrigschwelliges Angebot in diesem Bereich ist Heidelberg von der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung ausgezeichnet worden.

Der Veranstaltungsort ist mit der Buslinie 33 und der Straßenbahnlinie 26 erreichbar.

Weitere Infos bei: Stadt Heidelberg, Antje Kehder, Telefon 06221 58-38340, Mail: antje.kehder@heidelberg.de.


Erste Lese an städtischen Reben
Der historische Weinberg im Naturdenkmal Steinberg in Handschuhsheim liefert erstmals wieder Ertrag

Lange Zeit lagen die historischen Weinberge im Handschuhsheimer Naturdenkmal Steinberg brach, bis das Amt für Umweltschutz, Gewerbeaufsicht und Energie der Stadt Heidelberg im Mai 2008 die Bewirtschaftung einer Terrasse wieder aufgenommen hat. Die 100 Rebstöcke der Sorte Johanniter, ein pilzresistenter Weißwein, sind mittlerweile gut gediehen. Am Montag, 24. September 2018, konnten zum ersten Mal wieder Trauben gelesen werden. Für die Ernte und Weiterverarbeitung des Lesegutes ist das Weingut Clauer zuständig. Das Jahr über pflegt der Biologe Franz Auer die Reben. Im Auftrag des Umweltamtes kümmern sich zwei Personen um das Naturdenkmal; Franz Auer ist für zwei der Terrassen zuständig.

Die historischen Weinbergterrassen des Steinbergs mit den Trockenmauern aus Naturstein sind bis heute in ihrer ursprünglichen Anlage erhalten. Schon seit dem Mittelalter fand hier Weinbau statt. Im Jahr 1571 wurde der Steinberg erstmals urkundlich als Weinbaugebiet erwähnt. Ab Ende des 19. Jahrhunderts konnten die Terrassen nur noch für den Obstanbau genutzt werden, da die heimischen Rebsorten nicht gegen die aus Nordamerika eingeschleppte Reblaus resistent waren.

Ungespritzt, von Hand geerntet

Die historische Weinbergterrasse wird ökologisch und ungespritzt bewirtschaftet. In ursprünglicher Ernteweise von Hand konnten am Montag knappe zwei Butten Trauben gelesen werden, was 36 Kilogramm entspricht. Jörg Clauer ist mit dem Ertrag zufrieden, vor allem angesichts des heißen Sommers. Im März 2019 wird der Wein voraussichtlich fertig sein, und es darf eine hohe Qualität erwartet werden. Mit eigenem Etikett versehen, soll der Wein auf einer Umweltveranstaltung serviert oder in städtischen Präsentkörben verschenkt werden. Die Lese war die erste ihrer Art im städtischen Weinberg. In Zukunft wird ein jährlich steigender Ertrag erwartet.

Für die biologische Vielfalt: Sandsteinmauern, Lesesteinhaufen und alte Obstsorten

Seit 1993 ist das Gebiet am Steinberg aufgrund seiner Bedeutung für den Umweltschutz zum flächenhaften Naturdenkmal erklärt. Das städtische Umweltamt pflegt dort einige Grundstücke im Sinne der Biodiversität. Die Experten haben Sandsteinmauern und Lesesteinhaufen wieder aufgebaut sowie extensive Streuobstwiesen mit alten Obstsorten angelegt.

Eine große Artenvielfalt an teilweise gefährdeten Tieren und Pflanzen findet sich heute in den Terrassen und Wiesen des Steinbergs, unter anderem Eidechsen, Schlingnattern, Ringelnattern und Insekten, insbesondere Wildbienen, sowie seltene Vögel wie Gartenrotschwanz, Schwarz- und Grünspecht. Es wachsen dort wärmeliebende Wiesenpflanzen wie Majoran, Thymian, Runder Lauch und Mispeln. Die nach Süden exponierte Steillage und der fruchtbare Boden machen Weinbau weiterhin möglich. Aufgrund der Trockenheit und der nur schwer zugänglichen steilen und schmalen Parzellen sind die Terrassen für eine maschinelle Bewirtschaftung im großen Stil jedoch ungeeignet.


Neue Yogakurse für Kinder und Jugendliche im Haus der Jugend

Ab sofort finden im Haus der Jugend, Römerstraße 87, neue Yogakurse für Kinder und Jugendliche statt. Die Yogastunden beinhalte klassische Yogastellungen, Atemübungen, Entspannungstechniken, Partner- und Gruppenübungen und kurze Theorie zu yogischen Themen. Yoga stärkt das Selbstvertrauen und macht viel Spaß. Regelmäßige Yogapraxis bietet einfache Möglichkeiten, mit Schul- und Alltagsstress leichter umzugehen. Kurszeiten für Kinder ab sieben Jahren sind Mittwoch, 16 bis 17 Uhr, und für Jugendliche Donnerstag, 16.30 bis 18 Uhr. Anmeldungen ab sofort beim Haus der Jugend, Telefon 06221 602926, E-Mail: hausderjugend@heidelberg.de.


„Wir wollen Eltern stärken“ – Zehn Jahre Elternberatung in Heidelberger Kitas – Angebot hat sich zum Erfolgsmodell entwickelt

Wenn der Alltag in Familien mit Kindern im Vorschulalter nicht ganz rund läuft und es Fragen und besondere Herausforderungen gibt, müssen Eltern solche schwierigen Situationen nicht alleine bewältigen. Als besonderes Unterstützungsangebot bietet die Stadt Heidelberg seit 2008 in den Kindertagesstätten im ganzen Stadtgebiet fachkompetente und kostenlose Elternberatung an. Das niedrigschwellige Angebot hat sich zum Erfolgsmodell entwickelt. Mit erfahrenen Beraterinnen und Beratern können Eltern direkt in der Kindertageseinrichtung vertraulich Erziehungsfragen besprechen und gemeinsam Ideen und Lösungswege finden.

„Wir wollen Eltern stärken“, erklärt Hans-Ulrich Nollek vom Kinder- und Jugendamt der Stadt Heidelberg. Die Elternberatung findet mittlerweile in 95 von 120 Kindertagesstätten in Heidelberg statt. Rund 140.000 Euro investiert die Stadt im laufenden Jahr dafür. Die Fortführung des Angebots in den beiden kommenden Jahren hat der Haupt- und Finanzausschuss am 19. September 2018 beschlossen.

Niedrigschwelliger Zugang zu Hilfsangeboten

Partner in der Beratung zu Erziehungsfragen sind Fachkräfte aus Beratungsstellen für Erziehungs- und Familienfragen, die mit der Stadt zusammenarbeiten. Das sind der Caritasverband Heidelberg, die Arbeiterwohlfahrt Heidelberg, die Katholische Gesamtkirchengemeinde, das Diakonische Werk, das Institut für analytische Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie und das Internationale Frauen- und Familienzentrum. Einmal im Monat sind die Beraterinnen und Berater für 1,5 Stunden in den Kitas. Im Schnitt finden zwischen 800 bis 900 Beratungsgespräche jährlich in den Heidelberger Kindertageseinrichtungen statt. „Der Vorteil ist, dass Eltern hier einen niedrigschwelligen Zugang zu einem Hilfsangebot finden. Die Hemmschwelle zu einer psychologischen Beratungsstelle zu gehen, ist doch größer als zur Beratung in die Kita zu kommen“, so Silke Saueressig-Bender, Leiterin des „Kinderhaus Heidelberg“ in Ziegelhausen. „Für die Eltern ist das Beratungsangebot unterstützend und für mich und meine Mitarbeiterinnen immer hilfreich, weil hier ein anderer Blick von außen auf bestimmte Problemlagen geworfen wird“, sagt Saueressig-Bender.

„Die Themen, mit denen sich Eltern an die Beraterinnen und Berater wenden, betreffen nicht nur die Situation in der Kita. Oft sind es auch familiäre Probleme“, weiß Elisabeth Wagener, Leiterin der Psychologischen Beratungsstelle des Caritasverbandes. Die Kinder- und Jugendpsychotherapeutin ist seit 2009 in der Elternberatung in Heidelberg tätig. „Mein Kind hat ein Geschwisterchen bekommen und kommt nicht zurecht“, „Ist es normal, dass mein Vierjähriger noch immer in die Hose macht?“, „Mein Kind schlägt andere Kinder in der Gruppe. Was soll ich tun?“, „Wir wollen uns trennen. Wie sollen wir es unserem Kind am besten beibringen?“ – das sind beispielhaft Fragen, die bei der Elternberatung behandelt werden. „Zunehmend finden Eltern nach dem Gespräch in der Kita auch den Weg in eine Beratungsstelle“, erklärt Wagener.

„Die Elternberatung an Kitas ist ein Baustein unserer präventiven Jugendhilfe, die vom Kindergarten bis zur Sozialarbeit an den Schulen reicht. Dass ein solches Angebot fast flächendeckend von der Stadt angeboten wird, ist uns aus keiner anderen Stadt bekannt“, sagt Hans-Ulrich Nollek vom Kinder- und Jugendamt. „Unser Ziel ist es, die Beratung perspektivisch in allen Heidelberger Kitas anzubieten, denn die Nachfrage steigt ständig“, so Nollek. Dass beide Seiten zufrieden mit dem Angebot sind, haben Umfragen in den Jahren 2009 und 2015 bestätigt. 92 Prozent der Eltern gaben an, das Beratungsangebot wieder nutzen zu wollen.