Lorsch: Freilichtlabor Lauresham lädt am 30. September 2018 zum großen Thementag „Landwirtschaft im Frühen Mittelalter“

Symbolbild Ähre (Foto: UNESCO-Welterbe Kloster Lorsch e.V.)
Symbolbild Ähre (Foto: UNESCO-Welterbe Kloster Lorsch e.V.)

Lorsch – Ob Dürre, Stürme, Überschwemmungen oder Schädlingsplagen – früher wie heute war der Mensch den Gewalten der Natur ausgesetzt. Welche Herausforderungen brachten Katastrophen und Extremwetter für die frühmittelalterliche Landwirtschaft mit sich? Was bedeutete eine ausbleibende Ernte für die Menschen dieser Zeit? Und wie versuchte man, Schäden abzuwenden?

Diesen Fragen, die mit Blick auf die Klimaveränderung heute aktueller denn je sind, geht das Freilichtlabor Lauresham an diesem Thementag auf den Grund: In sechs Lauresham-Häusern werden verschiedene Katastrophen, ihre Folgen und der Umgang des frühmittelalterlichen Menschen mit ihnen vorgestellt – von Überschwemmungen über Ernteausfall bis hin zum Sturmschaden. Auch spannende Vorträge im Besucherinformationszentrum (BIZ), etwa zu Kornvergiftungen und Ackerwildkräutern, widmen sich Katastrophen und anderen Naturthemen im Mittelalter. Bei praktischen Versuchen im Rahmen der experimentellen Archäologie können die Gäste den Forschern bei der Katastrophenbewältigung direkt über die Schulter schauen.

Auch die Lauresham-Tiere sind in Aktion zu erleben: so etwa Hütehund Roxy beim Schafe hüten und die Zugochsen David und Darius beim Einsatz auf dem Acker. Natürlich ist Mitmachen angesagt, beispielsweise wenn Flachs von der Pflanze bis zur Faser verarbeitet wird oder Produkte aus Getreide hergestellt werden wie Brei oder Brot. Kleine und große Besucher können sich im Dreschen und Mahlen von Korn, im Stockbrot Backen und in der Käseherstellung ausprobieren. Infostände und kulinarische Köstlichkeiten aus der Region runden das abwechslungsreiche Programm ab.

Im Rahmen dieser Veranstaltung ist Lauresham auch ohne Führung zugänglich. DerEintritt kostet 7,00 € pro Person (ermäßigt 5,00 €). Das Familienticket (2 Erw. / max. 4 Kinder) kostet 16,50 €.

PROGRAMM

Vorträge (Besucherinformationszentrum)

12 Uhr  Der Killer im Roggen. Mutterkornvergiftungen im Mittelalter
(Dr. Jens Schabacker)

13 Uhr  Der Schutz gefährdeter Ackerwildkräuter in Deutschland
(Dr. Thomas van Elsen)

15 Uhr  Der gesellschaftliche Umgang mit Naturkatastrophen in der Geschichte
(Prof. Dr. Gerrit Jasper Schenk)

16 Uhr  Ochs und Esel. Zugtiere in der mittelalterlichen Literatur, Theologie
und Kunst (Prof. Dr. Burkhardt Krause)

Vorführungen und Kurzvorträge

11:30 Uhr  Hund und Schaf im Frühmittelalter. Mit praktischer Hütevorführung

13:30 Uhr  Industrielle Marktwirtschaft vs. mittelalterliche Subsistenzwirtschaft.
Mit praktischen Vorführungen der Zugrinder des Freilichtlabors

15:30 Uhr  Die Verfolgung des Wolfs im Mittelalter und Gedanken zu seiner
Rückkehr im 21. Jahrhundert

Ganztägig:

Flachsverarbeitung
Backen im Backhaus
Von der Ähre zum Brot (mit zahlreichen Mitmachaktionen für die ganze Familie)
Käseherstellung