Dagmar Eißner_Förderpreis_
Dr. Yvonne Huber (Mitte), Preisträgerin des diesjährigen Dagmar-Eißner-Förderpreises, gemeinsam mit dem Wissenschaftlichen Vorstand der Universitätsmedizin Mainz Univ.-Prof. Dr. Ulrich Förstermann und der Gleichstellungsbeauftragten für wissenschaftlich Beschäftigte Dr. Birgit Pfeiffer. Bildquelle: Thomas Böhm (Universitätsmedizin Mainz)

Mainz – Die Ärztin und Wissenschaftlerin Dr. Yvonne Huber hat den diesjährigen Dagmar-Eißner-Förderpreis für ihre Forschungsarbeiten im Bereich entzündlicher Lebererkrankungen erhalten.

Sie untersuchte den Zusammenhang von sportlicher Aktivität auf das Immunsystem vor einer akuten Leberschädigung. Der Wissenschaftliche Vorstand der Universitätsmedizin Mainz Univ.-Prof. Dr. Ulrich Förstermann übergab den mit 3.000 Euro dotierten Preis gestern im Rahmen der Sitzung des Fachbereichsrats der Universitätsmedizin Mainz.

„Es sind wirklich beeindruckende Ergebnisse, die die Forschungsarbeit von Dr. Yvonne Huber zutage gefördert hat. Trotz intensiver Forschung auf dem Gebiet der Gesundheitsprävention war der Effekt körperlicher Aktivität auf die Leber und insbesondere auf die entzündliche und akute Leberschädigung bislang nicht untersucht. Vor diesem Hintergrund sind die Erkenntnisse von Dr. Yvonne Huber, die als Assistenzärztin in der I-. Medizinischen Klinik unserer Universitätsmedizin arbeitet, klinisch relevant“,

unterstreicht der Wissenschaftliche Vorstand der Universitätsmedizin Mainz, Univ.-Prof. Dr. Ulrich Förstermann.

„Sie ist in jedem Fall eine ausgesprochen würdige Preisträgerin, und es ist mir daher eine große Freude sie auszuzeichnen.“

In ihrer Forschungsarbeit konnte Huber im Modellversuch zeigen, dass körperliche Aktivität die Zusammensetzung der Immunzellen in der Leber so verändert, dass schützende Faktoren – hierbei ist insbesondere der Transkriptionsfaktor NF-κB zu nennen – besser wirken können. NF-κB hat eine wichtige Funktion bei der Regulation der Immunantwort und schützt vor anderen, schädlichen Stresssignalen, zu denen die sogenannten c-Jun N-terminalen Kinasen (JNK) zählen. Die Aktivierung von JNK trägt zu Entzündungsprozessen und einer Schädigung von Leberzellen bei. Darüber hinaus gelang es der Preisträgerin nachzuweisen, dass körperliche Aktivität das Leberzellen-schützende Protein A20 verstärkt, welches den programmierten Zelltod (Apoptose) steuert.

Weiterhin entdeckte die Wissenschaftlerin, dass die Expression von Immunrezeptoren in der Leber durch körperliche Aktivität beeinflusst wird. Daraus lassen sich direkte Empfehlungen für Patienten mit chronischen Lebererkrankungen ableiten:

„Basierend auf den Ergebnissen unserer Studie konnten wir zeigen, dass körperliche Aktivität – neben anderen Lebensstil-bezogenen Allgemeinmaßnahmen, wie zum Beispiel eine ausgewogene Ernährung – die Immunantwort günstig beeinflussen und vor Entzündungsprozessen in der Leber – auch bei akuter Zellschädigung – schützen“,

bemerkt Dr. Yvonne Huber. Die Arbeiten wurden an der I. Medizinischen Klinik in der Arbeitsgruppe von PD Dr. Jörn M. Schattenberg in Kooperation mit dem Institut für translationale Immunologie (TIM) durchgeführt. Das TIM gehört ebenfalls zur Universitätsmedizin Mainz. Die Ergebnisse der Forschungsarbeit wurden auch im Dezember 2017 in der Fachzeitschrift Cell Death & Disease veröffentlicht. (DOI: 10.1038/cddis.2017.266)