Wiesbaden – Informationen und Neuigkeiten aus der Stadt und den Stadt-/Ortsteilen.


Konzert im Nauroder Forum

Im Rahmen der Daniel-Honsack-Gedächtniskonzerte tritt am Freitag, 20. April, das Duo Sophie-Therese Löser und Ansgar Deutschel im Nauroder Forum in der Kellerskopfstraße 4 auf.

Die Flötistin und der Harfenist präsentieren modernere Stücke von Marc Berthomieu, André Caplet, Jean Cras und Alan Hofhaness ebenso virtuos wie die Sonate in Es-Dur von Johann Sebastian Bach. Die beiden jungen Künstler werden als Duo vom Yehudi Menuhin Verein Frankfurt e.V. gefördert. Der Einlass ist ab 18 Uhr, das Konzert beginnt um 19 Uhr und der Eintritt ist frei. Spenden für die Künstler sind willkommen.

Hintergrund:
Daniel Honsack (1976-2009) war ein Kulturschaffender im wahrsten Sinne des Wortes: Unter anderem rief er im Jahr 2009 die Konzertreihe im Biebricher Rathaus ins Leben und schuf damit eine Plattform für junge Künstler am Beginn ihrer Karriere. Dieses Projekt war sein letztes, bevor er im Dezember 2009 einer schweren Krankheit erlag. Heute wird die Konzertreihe von seiner Lebensgefährtin Sandra Wintermeyer und der Saxophonistin Steph Winzen in seinem Gedenken weitergeführt und vom Ortsbeirat sowie der Ortsverwaltung Naurod unterstützt.


Stadtanalyse „Beschäftigung in den Branchen“

Bundesweit brummt die Konjunktur und die Zahl der Arbeitsplätze steigt. Diese positive Entwicklung lässt sich auch in Wiesbaden beobachten. In den vergangenen zehn Jahren ist die Anzahl der Beschäftigten um 12 188 oder 10 Prozent gestiegen und erreicht immer neue Höchststände. Am 30. September 2016 arbeiten 133 339 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte in Wiesbadener Betrieben. Grund genug für das Amt für Statistik und Stadtforschung, einen genauen Blick auf die Beschäftigung der Landeshauptstadt zu werfen.

Schon in einem Zehn-Jahres-Zeitvergleich (2006 bis 2016) wandelt sich die Beschäftigtenstruktur deutlich. Ein starkes Beschäftigtenplus gab es bei der Gruppe der 55-Jährigen und Älteren (+ 60 Prozent) und bei der ausländischen Belegschaft (+ 55 Prozent). Wie die Bevölkerung insgesamt werden auch die Beschäftigten älter und „bunter“. Teilzeitbeschäftigung ist genauso auf dem Vormarsch (+ 54 Prozent) wie die Höherqualifizierung der Beschäftigten. So ist die Zahl der Angestellten mit akademischer Berufsausbildung um 34 Prozent gestiegen, während 17 Prozent weniger Arbeitsplätze für Personen ohne Berufsabschluss zur Verfügung stehen.

Doch welche Wirtschafsbereiche tragen wesentlich zum Beschäftigtenanstieg bei, welche Branchen verlieren Arbeitnehmer und durch welche Beschäftigtenstruktur sind diese Branchen charakterisiert? Ein großer Arbeitgeber, der seine Beschäftigtenzahl überdurchschnittlich steigern konnte, ist beispielsweise die IT-Branche. 4727 Beschäftigte arbeiten am 30. September 2016 in Bereichen der Programmierung, Softwareentwicklung und Beratungsleistungen. Seit 2010 (detaillierte Branchendaten stehen wegen der Umstellung der Wirtschaftszweigsystematik erst seit diesem Zeitpunkt zur Verfügung) sind 1604 oder 51 Prozent Arbeitsplätze dazugekommen. Neun von zehn Beschäftigten arbeiten Vollzeit, drei von vier Beschäftigten sind Männer. Vom Beschäftigtenplus haben insbesondere Ältere und Teilzeitbeschäftigte profitiert. Auch bei ambulanten Pflegediensten und Einrichtungen, die Kinderbetreuung anbieten, sind Arbeitsplätze geschaffen worden. 5105 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte arbeiten hier – überdurchschnittlich viele Frauen und Teilzeitbeschäftigte. Das Beschäftigtenplus von 43 Prozent geht insbesondere auf Teilzeitkräfte und über 54-Jährige zurück.

Mit aktuell 9534 Beschäftigten zählt die Öffentliche Verwaltung zu den größeren Arbeitgebern in Wiesbaden. Die Beschäftigtenstruktur ist charakterisiert durch einen hohen Frauen- und Akademikeranteil sowie viele Teilzeitbeschäftigte. Seit 2010 haben sich hingegen die Beschäftigtenzahlen unterdurchschnittlich entwickelt: Es sind 821 oder 8 % Arbeitsplätze abgebaut worden. Der Beschäftigtenabbau traf insbesondere Ungelernte und junge Beschäftigte.

Hinter dem allgemeinen positiven Trend der Beschäftigtenzunahme verbergen sich höchst unterschiedliche Entwicklungen, die sich von Branche zu Branche enorm unterscheiden. So lohnt ein genauer Blick auf die Vielfalt der Wirtschaftsbereiche und Beschäftigungsmöglichkeiten in der hessischen Landeshauptstadt.

Wer an Details interessiert ist, wird im Internet fündig: Die Wiesbadener Stadtanalyse kann unter www.wiesbaden.de/statistik kostenfrei heruntergeladen werden.


Solarstromanlage auf IGS Kastellstraße und neues Förderprogramm

Strom und Schatten liefert die neue Photovoltaikanlage, die Umweltdezernent Andreas Kowol am Donnerstag, 29. März, an der IGS Kastellstraße vorstellte. „Die Solarmodule erfüllen eine Doppelfunktion. Sie verschatten das Treppenhaus der Schule, schützen es so vor Überhitzung und produzieren dabei klimaschonend Strom“, erklärte der Dezernent. Kowol nutzte auch die Gelegenheit, um das neu aufgelegte Förderprogramm „Solarstrom“ vorzustellen.

Die Solarstromanlage, die in Kürze ans Netz angeschlossen wird, hat eine Leistung von rund 16 Kilowatt und soll mit 15.000 Kilowattstunden Strom für umgerechnet sechs Zwei-Personen-Haushalte liefern und damit acht Tonnen Kohlendioxid (CO2) einsparen. Die halbtransparenten Module lassen ausreichend Tageslicht ins Treppenhaus der Schule, verhindern aber zugleich die Überhitzung. Andreas Kowol betonte, dass dies eine „Klimaanlage“ im besten Sinne sei. Derartige Anpassungsmaßnahmen an den Klimawandel, mit häufigeren extremen Temperaturen, müssten zukünftig stärker genutzt werden.

Schuldezernent Axel Imholz erklärte, dass das städtische Schulamt diese Technik ausbauen wolle, um den CO2-Ausstoß zu senken. So werde in anstehenden Schulneubauten die Installation von Photovoltaikanlagen bereits geprüft. Momentan sind 19 solcher Anlagen an Wiesbadener Schulen verbaut, die von der ESWE Versorgungs AG und anderen Gesellschaften betrieben werden.

Investitionszuschuss für private Photovoltaikanlagen

Der Umweltdezernent setzt aber auch auf Solaranlagen im privaten Bereich. Daher bezuschusst die Stadt mit dem Förderprogramm „Solarstrom“ ab sofort Investitionen von Gebäudeeigentümern und Mietern in Photovoltaikanlagen mit bis zu 1.250 Euro je Anlage.
Komponenten zur Anlagenüberwachung, zum Einspeisemanagement sowie Batteriespeicheranlagen sind ebenfalls förderfähig. „Wir wollen damit den Ausbau der erneuerbaren Energien in Wiesbaden weiter vorantreiben“, sagte Kowol.

Umweltamtsleiterin Dr. Jutta-Maria Braun betonte, dass der wirtschaftliche Vorteil nicht nur im städtischen Zuschuss liege: „Wer Strom von der eigenen Anlage nutzt, muss weniger Strom aus dem öffentlichen Netz beziehen und kann steigenden Strompreisen gelassen entgegen sehen.“

Weitere Informationen zum Förderprogramm „Solarstrom“ gibt es im Internet unter www.wiesbaden.de/solarstrom.


Gericht bestätigt Wiesbadener Vergabeverfahren

Das Oberlandesgericht Frankfurt hat entschieden, dass das Vergabeverfahren der MBA Wiesbaden GmbH rechtens ist. Dabei geht es um die künftige Entsorgung von rund 70.000 Tonnen Restabfall pro Jahr.

Schon die Vergabekammer Hessen hatte keinen Grund zur Beanstandung gesehen. Das Verfahren war von der Remondis GmbH angestrengt worden, die sich benachteiligt sah und jetzt vor Gericht unterlag.

„Wir haben mit diesem Urteil gerechnet, aber erleichtert sind wir natürlich trotzdem“, erklärten die MBA-Geschäftsführer Joachim Wack und Markus Patsch. Sie wiesen darauf hin, dass eine Urteilsbegründung noch nicht vorliege. Fest stehe aber, dass das Gericht keine vergaberechtlichen Fehler in dem europaweiten Vergabeverfahren festgestellt hat. Die Auftragsvergabe könne jetzt unverzüglich erfolgen.

Die MBA hatte vergangenes Jahr die Entsorgung des Restabfalls aus Wiesbaden europaweit ausgeschrieben. Der Hauptvertrag mit der RMA GmbH läuft zum Jahresende 2018 aus. Zur Erreichung der Klimaschutzziele wurde diese Ausschreibung so formuliert, dass nicht nur der Preis, sondern auch ökologische Aspekte bei der Vergabe berücksichtigt werden. Vor allem soll so der LKW-Transport von Restabfällen und damit der Schadstoffausstoß deutlich reduziert werden.

Branchenführer Remondis, unter anderem Mitbetreiber von zwei Müllverbrennungsanlagen im Rhein-Main-Gebiet, hatte an der Ausschreibung teilgenommen, sich aber gleichzeitig auch gerichtlich gegen das Vergabeverfahren zur Wehr gesetzt – letztendlich erfolglos. „Diese Form der Ausschreibung hatte zum Ziel, nicht nur die Umwelt zu entlasten, sondern gleichzeitig auch die Gebühren für die Bürgerinnen und Bürger Wiesbadens stabil zu halten“, fügten die Geschäftsführer hinzu, umso mehr freue sie die Bestätigung durch die Frankfurter Richter. Allerdings könne es sein, dass die jetzt bevorstehende Auftragsvergabe von unterlegenen Bietern wiederum vor Gericht angefochten wird.