Lorsch: 
Weschnitz-Renaturierung nimmt Gestalt an – Fische werden Mitte Oktober umgesiedelt

Wenn die alten Weschnitz-Arme von der Wasserzufuhrt abgeschnitten werden, fallen diese schnell trocken. Die Fische müssen deshalb zeitnah aus dem verbleibenden Wasser geborgen werden. (Quelle: Regierungspräsidium Darmstadt)
Wenn die alten Weschnitz-Arme von der Wasserzufuhrt abgeschnitten werden, fallen diese schnell trocken. Die Fische müssen deshalb zeitnah aus dem verbleibenden Wasser geborgen werden. (Quelle: Regierungspräsidium Darmstadt)

Darmstadt / Lorsch – Die Bauarbeiten auf der Weschnitzinsel liegen voll im Zeitplan und kommen zügig voran. Die neue Gewässertrasse zeichnet sich bereits deutlich im Gelände ab und mit den Durchstichen zur Alten und Neuen Weschnitz wird dieser Tage ein wesentlicher Meilenstein erreicht. Weil die eingedeichten, ehemaligen Gewässerabschnitte damit trocken fallen, müssen aber die Fische umgesiedelt werden.

Die Umsiedelungsaktion ist logistisch außergewöhnlich und hessenweit beispiellos. Sie wird an den beiden kommenden Wochenenden stattfinden und von ortskundigen Gewässerökologen durchgeführt werden. Die Durchstiche finden jeweils einen Tag zuvor statt. Ausgebildete Elektrofischer und zahlreiche ehrenamtliche Helfer bergen danach die Fische und Großmuscheln aus den trocken fallenden Abschnitten der Alten und Neuen Weschnitz und setzen sie in unmittelbarer Nähe über eine Rutsche wieder ins Gewässer ein.

Begonnen wird am 6. Oktober zunächst an der Neuen Weschnitz, bevor sich am Wochenende darauf Durchstich und Fischbergung an der Alten Weschnitz anschließen. Das Regierungspräsidium (RP) Darmstadt bittet die Bevölkerung, an den beiden Wochenenden nicht in das Gebiet zu fahren, damit die Aktion nicht behindert wird. Ohne den Einsatz der rund 170 Freiwilligen aus Angel-, Jagd- und Tauchvereinen, aus Naturschutzverbänden sowie aus der Bürgerschaft wäre die Aktion in dieser Dimension nicht möglich.

Die beiden bisherigen Weschnitz-Arme (schwarz umrandet) werden in der Mitte zu einem neuen, unbegradigten Bachlauf vereinigt; sie selbst werden nach dem Durchstich (unterer Bildrand) von der weiteren Wasserversorgung abgeschnitten. (Quelle: Regierungspräsidium Darmstadt)
Die beiden bisherigen Weschnitz-Arme (schwarz umrandet) werden in der Mitte zu einem neuen, unbegradigten Bachlauf vereinigt; sie selbst werden nach dem Durchstich (unterer Bildrand) von der weiteren Wasserversorgung abgeschnitten. (Quelle: Regierungspräsidium Darmstadt)

Hintergrund:

Nach vielen Jahrzehnten im Steinkorsett werden der Weschnitz rund drei Kilometer natürlicher Flusslauf zurückgegeben. Auf rund 80 Hektar entsteht innerhalb des heutigen Polders Losch eine Flussaue mit Grünland, in der sich die Weschnitz frei entfalten kann.

Durch die Renaturierung soll zum einen der Gewässerzustand besser werden. Zum anderen sollen die Bedingungen für Fauna und Flora im Schutzgebiet verbessert werden. Das Land Hessen stellt für den Bau über drei Millionen Euro zur Verfügung. Im Juni fand der erste Spatenstich statt.

Der Gewässerverband Bergstraße setzt die Renaturierung – eine der größten ihrer Art in Hessen – im Auftrag des Regierungspräsidiums (RP) Darmstadt um. Dafür werden Alte und Neue Weschnitz im Polder Lorsch zusammengelegt. Weitere Infos

Karte: Die beiden bisherigen Weschnitz-Arme (schwarz umrandet) werden in der Mitte zu einem neuen, unbegradigten Bachlauf vereinigt; sie selbst werden nach dem Durchstich (unterer Bildrand) von der weiteren Wasserversorgung abgeschnitten.

Bild: Wenn die alten Weschnitz-Arme von der Wasserzufuhrt abgeschnitten werden, fallen diese schnell trocken. Die Fische müssen deshalb zeitnah aus dem verbleibenden Wasser geborgen werden.