Nachrichtenüberblick aus Wiesbaden

Nachrichten aus der Landeshauptstadt Hessens

Wiesbaden – Tag des Friedhofs, 25-jähriges Bestehen der Städtepartnerschaft mit Görlitz, Sperrung wegen Fahrbahndeckensanierung, Artothek am 3. Oktober geschlossen, Sonderaktion zum Semesterbeginn im Caligari, Erreichbarkeit des Bürgertelefons am Wochenende, Zeitzeugengespräch zum Thema „Wie wir die Wende erlebten“

Tag des Friedhofs

Das Grünflächenamt der Landeshauptstadt Wiesbaden lädt zum bundesweiten „Tag des Friedhofs“ 2015 auf den Südfriedhof ein, der in diesem Jahr unter dem Motto „Gemeinsam statt einsam!“ steht. Ins Leben gerufen wurde der Tag des Friedhofs im Jahr 2001, eine Veranstaltung die in Deutschland jährlich tausende Besucher anlockt.

Sinn und Zweck des „Tag des Friedhofs“ ist es, die Menschen neugierig zu machen und über die vielen Funktionen des Friedhofs zu informieren. Friedhöfe sind ganz besondere Orte. Man kann dort nicht nur trauern und Trost finden – Friedhöfe bieten Ruhe und Raum zum Entspannen, lassen Menschen Hoffnung schöpfen und neuen Mut gewinnen. Trauernde finden hier einen geschützten Rahmen, um sich von den Verstorbenen zu verabschieden und um ihrer zu gedenken. Friedhöfe sind aber auch aus stadtklimatischer und ökologischer Sicht wesentliche Bausteine des innerstädtischen Grünsystems und tragen durch ihren mächtigen, artenreichen und alten Baumbestand dazu bei, unser Stadtklima durch Sauerstoffproduktion und Kühlung zu verbessern. Gleichzeitig sind sie ein Rückzugsgebiet für zahlreiche Tierarten.

Der Wiesbadener Südfriedhof, der 1908 offiziell eröffnet wurde, zählt zu den kulturhistorisch wichtigsten städtebaulichen und gartenarchitektonischen Anlagen der hessischen Landeshauptstadt und ist in seiner Gesamtheit denkmalgeschützt. Er hat eine Gesamtgröße von 33 Hektar und ein Gesamtwegenetz von sieben Kilometern. Der Baumbestand beträgt über 2.700 Bäume. Bis heute haben auf dem Südfriedhof 125.000 Menschen ihre letzte Ruhe gefunden. 
Der Südfriedhof ist heute Wiesbadens größte Ruhestätte. Unter Ihnen befinden sich Namen, die in ganz Wiesbaden und darüber hinaus bekannt waren. Da sind die ehemaligen Erbauer des Friedhofs, Stadtgartenbaudirektor Berthold und Magistratsrat Petry. Dem einen fiel die gärtnerische Gesamtgestaltung zu, der andere entwarf die Friedhofsgebäude. Carl Petry war auch gleichzeitig der Erbauer des Kaiser-Friedrich-Bads. Von besonderer Bedeutung ist die Grabstätte von Manfred von Richthofen, genannt "Der Rote Baron", geboren am 2. Mai 1892. Er war Jagdflieger-Offizier und starb am 21. April 1918 beim Luftkampf an der Westfront. Das Grab befindet sich im Westhain, Nummer 77.

Das Grünflächenamt bietet den interessierten Besucherinnen und Besuchern ein vielseitiges und breitgefächertes Programm:

Am 20. September um 11 Uhr wird ein gemeinsamer ökumenischer Gottesdienst gefeiert. Offiziell eröffnet Dr. Oliver Franz, Dezernent für Ordnung, Bürgerservice und Grünflächen, das Fest. Es folgen umfassende Informationen zur Entwicklung des Südfriedhofs, Bilderausstellungen (historische und aktuelle), verschiedene Vorträge in der Trauer- und in der Wandelhalle. Musikalische Beiträge runden das Programm in der Trauerhalle ab.

Neben der Friedhofsverwaltung, der Grünunterhaltung, dem Bestattungswald, dem Sternengarten e.V, dem Kinderhospiz Bärenherz, dem Hospiz Advena der Betreuungsbehörde und dem Friedhofsteam werden die Friedhofsgärtnereien, die Treuhandstelle für Dauergrabpflege, die Steinmetzbetriebe und die Bestattungsinstitute mit Informationen, Beratung und Einblicken vor Ort sein. Am Gruftenweg wird eine Mustergruft geöffnet und die Grünunterhaltung bietet den kleinen und großen Gästen einen Einblick in die Fahrzeuge des Südfriedhofs. Für alle Interessierten wird es verschiedene Mitmachaktionen, eine kreative Werkstatt der Steinmetze und Friedhofsgärtner geben. Eine historische Friedhofsbegehung führt durch die Trauerhalle und über den Friedhof. Weitere geführte Friedhofsrundgänge führen die Bürgerinnen und Bürger zu den verschiedenen Grabarten und zu den denkmalgeschützten Grabmalen und Patengräbern. Speziell für ältere Menschen und kleiner Kinder wird der größte Wiesbadener Friedhof drei Rundfahrten mit jeweils 50 Sitzplätzen mit der Friedhofsbahn Thermine anbieten und über den Südfriedhof informieren. Für die Gäste stehen Kaffee, Kuchen, Gebäck und Knabbereien gegen Spenden an den Sternengarten, das Kinderhospiz Bärenherz und das Hospiz ADVENA zur Verfügung.

25-jähriges Bestehen der Städtepartnerschaft mit Görlitz

Die Städtepartnerschaft mit Görlitz besteht seit 1. Juli 1990. Aus Anlass des 25-jährigen Bestehens dieser Verbindung besucht eine Delegation aus Görlitz von Freitag bis Sonntag, 25. bis 27. September, die Landeshauptstadt Wiesbaden. Ein vielfältiges Programm erwartet die Görlitzerinnen und Görlitzer, die von Oberbürgermeister Sven Gerich im Rathaus begrüßt werden. „Ich freue mich auf den Gegenbesuch unserer Freunde aus Görlitz. Die 25-jährige Freundschaft zwischen der hessischen Landeshauptstadt Wiesbaden und Görlitz ist ein schöner Grund zum Feiern. Auch die Wiedervereinigung Deutschlands jährt sich in diesem Jahr zum 25. Mal. Dieser Zusammenhang, sowohl der zeitliche als auch der inhaltliche, macht die Jubiläumsfeiern zwischen unseren Städten für immer zu etwas ganz Besonderem“, so Oberbürgermeister Sven Gerich.

Das Besuchsprogramm beginnt am Freitag, 25. September, 19.30 Uhr, mit einem – öffentlichen – Zeitzeugengespräch im Literaturhaus Villa Clementine, Frankfurter Straße 1. Am Samstag, 26. September, steht der Empfang aus Anlass der 25-jährigen Städtepartnerschaft im Rathaus auf dem Programm. Um 17.30 Uhr eröffnen Oberbürgermeister Sven Gerich und Oberbürgermeister Siegfried Deinege das gemeinsame Konzert der Wiesbadener All Stars und der Görlitzer Band time2groove, das auf der Hauptbühne des Stadtfestes stattfindet. Nach einem Spaziergang durch die Innenstadt besuchen die Gäste am Sonntag, 27. September, das gemeinsame Konzert der Musikschulen aus Görlitz und Wiesbaden auf dem Dern‘schen Gelände, bevor mit einem Abstecher auf den Neroberg und einen letzten Blick über Wiesbaden das Programm endet.

Im August vertraten neben OB Gerich  Stadtverordnetenvorsteher Wolfgang Nickel, Oberbürgermeister a.D. Achim Exner, Oberbürgermeister a.D. Hildebrand Diehl und Martin Michel, Geschäftsführer der Wiesbaden Marketing GmbH, die Landeshauptstadt Wiesbaden bei den offiziellen Festveranstaltungen in Görlitz. Die beiden Oberbürgermeister a.D. Exner und Diehl wurden nach der Wende aufgrund ihrer Verdienste um die Gründung der Städtepartnerschaft zu Ehrenbürgern der Stadt Görlitz ernannt. 

Bereits im Dezember 1988, vor dem Fall der Mauer zwischen Ost- und Westdeutschland, ent-standen die ersten inoffiziellen Kontakte zu der Stadt Görlitz. Am 1. Juli 1990 wurde durch die Unterzeichnung der Urkunde durch die demokratisch ge¬wählten Körperschaften beider Städte die Partnerschaft begründet. Am 5. März 1991 erfolgte schließlich die Gegenproklamation in Wiesbaden, um den Vertrag nochmals zu bekräftigen. Für Wiesbaden unterzeichnete Bürgermeister Hildebrand Diehl – Oberbürgermeister Achim Exner war erkrankt – und Stadt-verordnetenvorsteher Günther Retzlaff, für Görlitz Oberbürgermeister Matthias Lechner und Stadtverordnetenvorsteher Franz Erward.

Zunächst war die Partnerschaft durch materielle Unterstützung seitens der Landeshauptstadt Wiesbaden und durch Informationsaustausch gekennzeichnet. Schnell verlagerten sich die Kontakte auf die persönliche Ebene zwischen Vereinen und Bürgern, womit sich diese Städtepartnerschaft sozusagen zu einem Selbstläufer entwickelt hat. Heute bestehen mehrere Partnerschaften zwischen Schulen, wobei das durch die Helene-Lange-Schule jährlich durchgeführte Sozialpraktikum in Görlitz besonders erwähnenswert ist. Es gibt vielfältige Verbindungen und Begegnungen zwischen Gruppen und Vereinen, wie Chören, Sportlern, Musikern und Kirchengemeinden. In den letzten Jahren werden verstärkt Reisen nach Görlitz organisiert.

Hintergrund:
Die Kreisstadt Görlitz ist die östlichste Stadt Deutschlands und die größte Stadt der Oberlausitz. Am 1. August 2008 hat sich die Stadt Görlitz mit dem Landkreis Görlitz zusammengeschlossen und ist nun Große Kreisstadt. Die Einwohnerzahl liegt bei rund 55000. Die Entfernung zu Wiesbaden beträgt rund 650 Kilometer.

Sperrung wegen Fahrbahndeckensanierung

Für die Einrichtung eines Minikreisverkehrs in Schierstein ist eine Fahrbahndeckensanierung erforderlich. Am Sonntag, 27. September, ab 7.30 Uhr wird auf der Kreuzung Freudenbergstraße/Stielstraße ein neuer Asphalt aufgebracht.

Betroffen ist der Knotenpunkt Freudenbergstraße/Stielstraße/Vogesenstraße. Diese Bereiche werden für den Verkehr voll gesperrt. Für die Bauzeit wird eine Umleitung eingerichtet und ist entsprechend ausgewiesen.

Am Montag, 28. September, 6.30 Uhr, wird die Vollsperrung wieder aufgehoben. 

Artothek am 3. Oktober geschlossen

Die Artothek Wiesbaden ist am 3. Oktober, dem Tag der Deutschen Einheit, geschlossen.

Die Artothek ist eine Einrichtung des Kulturamtes der Stadt Wiesbaden, in der interessierte Kunstfreunde Kunstwerke im Original ausleihen können. Öffnungszeiten sind dienstags und mittwochs von 11 bis 17 Uhr, donnerstags von 11 bis 19 Uhr, jeden ersten Samstag im Monat von 11 bis 14 Uhr.

Sonderaktion zum Semesterbeginn im Caligari

Pünktlich zum Semesterbeginn hält das Kulturamt für Studentinnen und Studenten ein Angebot bereit: Vom 1. bis 31. Oktober können Studierende die Caligari 10er Karte, die normalerweise 50 Euro, ermäßigt 40 Euro, kostet, für 30 Euro erstehen.

Die 10er Karte kann pro Veranstaltung maximal von zwei Personen genutzt werden.

Die Caligari Filmbühne, Marktplatz 9, ist bekannt für ihr anspruchsvolles und abwechslungsreiches Programm.

Erreichbarkeit des Bürgertelefons am Wochenende

Am Samstag und Sonntag, 19. und 20. September, ist das Bürgertelefon, das über die Notunterkünfte für Flüchtlinge in Wiesbaden informiert, ebenfalls besetzt: Von 11 bis 14 Uhr klären dort engagierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Stadt Bürgerinnen und Bürger über die aktuelle Situation auf.

Damit ist die Bürgerinformation auch am Wochenende gewährleistet. Darüber hinaus ist das Bürgertelefon an Wochentagen bis auf Widerruf von 10 bis 20 Uhr besetzt. Zunächst einmal ist die Erreichbarkeit bis kommenden Montag gesichert, über den Rest der Woche wird – sollte es nötig sein – in der nächsten Woche entschieden. Abhängig ist die Fortsetzung des Angebotes zum einen von der Nachfrage der Bürgerinnen und Bürger und zum anderen von der weiteren Entwicklung bezüglich der Notunterkünfte. Bisher sind knapp 400 Anrufe seit Montag, 12 Uhr, vom Bürgertelefon entgegengenommen und bearbeitet worden.

Neben der Bürgerinformation betreuen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter am Bürgertelefon auch die Koordination der Helferinnen und Helfer mit, die spontan ihre aktive Mithilfe anbieten, um rund um die Notunterkünfte mitzuwirken und die Einsatzkräfte zu unterstützen. Solche kurzfristigen Angebote werden auch unter der E-Mail-Adresse buergerhilfe@wiesbaden.de entgegengenommen und an die jeweiligen Einsatzstellen weitergeleitet. Wer langfristig helfen möchte – also eher im Rahmen der dauerhaften Unterbringung von Flüchtlingen unabhängig von den Notunterkünften – kann seine Hilfe online unter http://www.wiesbaden.de/fluechtlinge in ein Online-Formular eintragen. Die Stadt dankt allen Unterstützerinnen und Unterstützern für ihre tollen Angebote.

Zeitzeugengespräch zum Thema „Wie wir die Wende erlebten“

Das Stadtarchiv Wiesbaden, Im Rad 42, lädt am Donnerstag, 24. September, 19 Uhr, zu einem Zeitzeugengespräch mit dem Titel „Wie wir die Wende erlebten“ ein. Dr. Juliane Roloff, Dr. Hermann Roloff und Dr. Rolf Faber berichten von ihrem Leben in Ostdeutschland und über den Fall der Mauer.

Der Physiker Dr. Hermann Roloff und seine Frau, die Bevölkerungswissenschaftlerin Dr. Juliane Roloff, stammen aus Ostberlin. Dr. Juliane Roloff kam 1993 aus beruflichen Gründen an das Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung in der hessischen Landeshauptstadt. Ihr Ehemann lebt seit 2005 und seinem Ausscheiden aus dem deutschen Elektronensynchrotron, einer Großforschungseinrichtung in Berlin, in Wiesbaden. Über die Zeit vor und unmittelbar nach dem Mauerfall berichtet das Ehepaar aus eigener Erfahrung. An dem Gespräch beteiligt sich zudem der Jurist und Vorsitzende des Vereins für Nassauische Altertumskunde, Dr. Rolf Faber. Der gebürtige Wiesbadener war nach der Wiedervereinigung jahrelang im Erfurter Justizministerium in leitender Stellung als Aufbauhelfer tätig und gewann so wertvolle Einblicke in die historischen Abläufe.