Gedenkbeirat
Gedenkbeirat besucht die neue Arbeitsstelle für jüdische Geschichte in der Pfalzakademie Lambrecht (von links): Institutsdirektorin Dr. Sabine Klapp, Marcus Klein, Manfred Petry, Ruth Ratter, Arbeitsstellenleiter Roland Paul, Bernhard Kukatzki, Manfred Geis und Manfred Schwarz (Foto: Bezirksverband Pfalz)

Kaiserslautern – Der Gedenkbeirat des Bezirksverbands Pfalz hat sich über verschiedene Projekte informiert. So führt die diesjährige Jugendgedenkfahrt 16- bis 19-jährige Schülerinnen und Schüler aus der Pfalz vom 9. bis 13. Oktober ins Elsass.

Sie besuchen unter anderem die Gedenkstätte KZ Natzweiler-Struthof, die Europäische Schule Strasbourg, den jüdischen Friedhof in Strasbourg-Cronenbourg und sprechen mit einem Zeitzeugen; in Workshops widmen sie sich eingehend dem Thema. Die Kosten für Fahrt und Unterbringung übernimmt der Bezirksverband Pfalz; es sind noch Plätze für interessierte Jugendliche frei. In Kürze reist etwa ein halbes Dutzend Schüler der Meisterschule für Handwerker in Kaiserslautern, das zurzeit eine Ausbildung zum Steinmetzen und Steinbildhauer absolviert, zusammen mit den Fachlehrern Christian Gabriel und Reiner Mährlein ins südwestfranzösische Gurs, um auf dem Deportiertenfriedhof die Inschriften von Grabsteinen pfälzischer Jüdinnen und Juden zu korrigieren und zu ergänzen. Forschungen von Roland Paul, ehemaliger Direktor des Instituts für pfälzische Geschichte und Volkskunde, hatten neue Erkenntnisse hinsichtlich der Angaben von 34 Grabsteinen erbracht. Die Arbeiten sollen bei einem zweiten Aufenthalt im kommenden Jahr abgeschlossen werden.

Schließlich stellte Roland Paul die neue Arbeitsstelle zur Geschichte der Juden in der Pfalz vor, die sich in der Pfalzakademie in Lambrecht, Franz-Hartmann-Straße 9, befindet und von ihm sowie Bernhard H. Gerlach ehrenamtlich geleitet wird. Sie diene der allgemeinen Recherche zur Geschichte der Juden sowie Nachforschungen zu NS-Opfern und den 3.000 bis 4.000 während der NS-Zeit Emigrierten. Auch Anfragen von Nachkommen ehemals jüdischer Mitbürger in der Pfalz, die ausgewandert seien, könnten hier beantwortet werden. Die Arbeitsstelle würde Kommunen in der Pfalz bei der Aufarbeitung ihrer jüdischen Geschichte beraten und bei Einladungen für Veranstaltungen, wie die Verlegung von Stolpersteinen, mitwirken. Sie sei eine Anlaufstelle für Historiker, Heimatforscher, Interessierte und Schüler und würde auch Nachlässe übernehmen. Zurzeit verfüge die Arbeitsstelle, die dem Institut für pfälzische Geschichte und Volkskunde angegliedert ist, über eine umfangreiche Judaika-Bibliothek sowie etwa 140 Ordnern mit Interviews von jüdischen Emigranten und ihrer Nachkommen. Sie ist immer mittwochs von 10 bis 16 Uhr geöffnet; wer Fragen hat, wende sich an Telefon 06325 1800-245, r.paul@institut.bv-pfalz.de.