Mannheim: Zwei gefährdete Wissenschaftler aus Venezuela erhalten Philipp Schwartz-Stipendium an der Hochschule Mannheim

v.l.: Prof. Dr. P. Kunz, Dr. L. Kurz, Prof. Dr. J. Wilkesman, Dr. V. Rodriguez-Ledesma, B. Sudhoff (Foto: Hochschule Mannheim)
v.l.: Prof. Dr. P. Kunz, Dr. L. Kurz, Prof. Dr. J. Wilkesman, Dr. V. Rodriguez-Ledesma, B. Sudhoff (Foto: Hochschule Mannheim)

Mannheim – Die Hochschule Mannheim hat für ein Ehepaar aus Venezuela die Zusage für zwei Philipp Schwartz-Stipendien erhalten. Beide Wissenschaftler, Dr. Liliana Kurz und Prof. Dr. Jeff Wilkesman von der University of Carabobo in Valencia, sind Bio-Chemiker und seit vielen Jahren mit ihrer Forschung in Themenfeldern der Biotechnologie und Molekularbiologie aktiv. Für zwei Jahre leben sie nun mit ihren Kindern in Mannheim und können ihre Forschungstätigkeiten an der Hochschule Mannheim fortsetzen.

Die Alexander von Humboldt-Stiftung hat 41 Forschungseinrichtungen aus ganz Deutschland in der dritten Runde der Philipp Schwartz-Initiative für die Förderung ausgewählt. 56 in ihren Heimatländern an Leib und Leben gefährdete ausländische Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler können nun in Deutschland ihre Arbeiten fortführen. Die Wissenschaftler forschen ab August 2017 als Philipp Schwartz-Stipendiaten an den ausgezeichneten Einrichtungen.

An der Hochschule Mannheim, federführend das Research Management-Center, haben viele Akteure mitgewirkt, um der Familie Kurz-Wilkesman die Ausreise aus Venezuela zu ermöglichen. Die Forschungsarbeiten von Liliana Kurz und Jeff Wilkesman werden in einem internationalen Projekt der International Water Aid Organization e.V. (IWAO) am Institut für Biologische Verfahrenstechnik (IBV) erfolgen. Wissenschaftlicher Mentor und Projektleiter ist Prof. Dr. Peter M. Kunz, Leiter des IBV in der Fakultät für Verfahrens- und Chemietechnik der Hochschule Mannheim und amtierender Präsident des IWAO. Jeff Wilkesman will mit seinen Erfahrungen einen enzymatischen Biosensor für pathogene Darmkeime entwickeln, Liliana Kurz eine bionische Entwicklung von Peter Kunz aufgreifen: biologisch Wasser mittels Algen und Muscheln zu enthärten. Der Kontakt der beiden Wissenschaftler zu Peter Kunz besteht bereits seit dem Jahr 2004, als Liliana Kurz, vom DAAD gefördert, am IBV forschte. Beide Wissenschaftler haben in Deutschland promoviert, haben verschiedene Auszeichnungen erhalten und waren in der Vergangenheit bereits mehrfach für kürzere Forschungsaufenthalte an der Hochschule Mannheim. Jeff Wilkesman war außerdem zwei Mal (2005 und 2010) als Gastprofessor an der Hochschule.

Die Zusammenarbeit an der Hochschule Mannheim zur Organisation und Begleitung der Aufnahme der Familie erfolgt abgestimmt und intensiv: Prof. Kunz bietet das Forschungsprojekt und ist wissenschaftlicher Mentor. Das Research Management Center und das International Office haben in der Vorbereitung wertvolle Unterstützung geleistet und begleiten nun nach der Ankunft die Familie bei allen administrativen Vorgängen, die für den Aufenthalt in Deutschland notwendig sind. Prof. Dr. Philipp Wiedemann und seine Familie engagieren sich sehr und leisten eine wichtige Hilfe bei Organisation der Wohnung und vielen anderen Belangen, die bei der Eingliederung der Familie mit zwei Kindern in ein neues Leben in Mannheim relevant sind.

Die Philipp Schwartz-Initiative wurde von der Alexander von Humboldt-Stiftung gemeinsam mit dem Auswärtigen Amt ins Leben gerufen und ermöglicht Universitäten, Fachhochschulen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen in Deutschland die Verleihung von Stipendien für Forschungsaufenthalte an gefährdete Forscherinnen und Forscher. Finanziert wird diese Initiative durch das Auswärtige Amt, die Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung, die Andrew W. Mellon Foundation, die Fritz Thyssen Stiftung, die Gerda Henkel Stiftung, die Klaus Tschira Stiftung, die Robert Bosch Stiftung, den Stifterverband sowie die Stiftung Mercator.

Die International Water Aid Organization e.V. (IWAO) ist ein gemeinnütziger Verein mit Sitz in Heidelberg. Er wurde nach dem Tsunami von 2004 mit dem Zweck gegründet, eine kostenlose, schnelle Wiederherstellung der Wasserversorgung in Katastrophengebieten zu unterstützen. Die IWAO engagiert sich auch in der Weiterbildung und bei der Förderung von Wissenschaft und Forschung, um Wasserversorgungsprojekte unmittelbar nach Katastrophen und auch danach nachhaltig zu machen (siehe auch: www.iwao.de).