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Photovoltaikanlage auf der Fläche der ehemaligen Hausmülldeponie in Siegelbach (Foto: Stadtverwaltung Kaiserslautern)

Kaiserslautern – Im Zuge der aktuellen Erstellung des Masterplans 100 Prozent Klimaschutz nimmt die Stadtverwaltung verschiedene Aufgaben wahr.

„Wir sehen uns selbstverständlich nicht nur als Auftraggeber und Initiator auf dem Weg zu einer klimaneutralen Stadt bis zum Jahr 2050, wir nehmen im gesamten Prozess ganz unterschiedliche Rollen ein“,

erläutert Beigeordneter und Umweltdezernent Peter Kiefer. Seinen Worten zufolge nehme die Stadtverwaltung Einfluss als Planungs- und Satzungsgeber über die Aufgaben der Bauleitplanung, als Energieverbraucher über ihre eigenen 350 Liegenschaften sowie über die Straßenbeleuchtung und die Ampelanlagen, aber auch als Eigentümerin von möglichen Flächen zur Nutzung erneuerbarer Energien, als Vollzugsbehörde bei der Wahrnehmung staatlicher Aufgaben und letztlich auch als gutes Vorbild für Bürgerschaft und Belegschaft.

Ein weiterer wichtiger Aspekt ist, dass das Thema Klimaschutz eine Querschnittsaufgabe ist.

„Wenn wir Maßnahmen zur Verbesserung überlegen und als künftige Zielvorgabe für den Masterplan benennen wollen, dann müssen wir alle Zuständigkeiten innerhalb der Verwaltung an einen Tisch bringen“,

betont Kiefer. Federführend ist das Referat Umweltschutz, welches bereits verschiedenste Koordinierungsgespräche mit den Referaten Stadtentwicklung, Bauordnung, Gebäudewirtschaft, Tiefbau und Grünflächen geführt hat.

„Bei diesen Gesprächen wurden gemeinsam viele Ideen und Maßnahmen benannt, mit denen wir uns in Sachen Klimaschutz besser positionieren und die in den Masterplan einfließen werden“,

erklärt die Leiterin des Referats Umweltschutz, Bettina Dech-Pschorn. Im Zuge der Bauleitplanung könnte beispielsweise die Errichtung von Photovoltaikanlagen in Kombination mit einer Dachbegrünung festgeschrieben werden, wo es sich als machbar und günstig erweist. Für Bauherren könnte darüber hinaus eine zentrale Anlaufstelle im Rathaus benannt werden, die fachübergreifend zu den Themen Bauen und Umwelt umfassend berät. Die Themen, Anforderungen und Möglichkeiten in diesen Bereichen sind sehr vielfältig und derzeit in unterschiedlichen Referaten der Rathausverwaltung angesiedelt.

„Welcher Bauherr möchte sich in jedem einzelnen Referat über mögliche Fördertöpfe oder Bauvorschriften beraten lassen? Das gilt es zu bündeln und kompakt und bürgerfreundlich anzubieten“,

erläutert die Umweltreferatsleiterin.

Ein herausragender Baustein im Masterplan stellt der Bereich Mobilität dar. Der parallel in seiner Erstellung befindliche Mobilitätsplan Klima+ 2030 wird Verkehrsentwicklungen festsetzen, die sich positiv auf das Klima auswirken.

„Hier gilt es, in die Zukunft zu denken“,

untermauert Klimaschutzmanagerin Hannah-Sophie Stabel.

„Gerade im Sektor der Mobilität ist mit einer enormen Veränderung zu rechnen. Sei es im Bereich elektrobetriebener Fahrzeuge oder im Ausbau und der Stärkung des öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV), des Carsharings sowie des Radverkehrs“,

führt Stabel weiter aus.

Viel Potential für eine Energieoptimierung bieten die städtischen Liegenschaften. Die meisten der Schul- und Kindergartengebäude aber auch das Rathaus, die Volkshochschule oder die Kammgarn zählen zu den Altbauten und sind energetisch nicht auf dem neuesten Stand.

„Hier sind wir froh und dankbar, auf die 16 Millionen Euro an Bundesfördermitteln aus dem konjunkturellen Investitionsprogramm zurückgreifen zu können. Die baulichen Maßnahmen wie Fenstererneuerungen oder Dachsanierungen sorgen immer auch für energetische Verbesserungen“,

führt Kiefer aus. Über die Jahre wurden seinen Worten zufolge zudem viele Straßenlaternen und Ampeln auf LED-Technik umgerüstet. Die dadurch eingesparten Energiekosten amortisieren die Umrüstungskosten über einen überschaubaren Zeitraum von wenigen Jahren.

In Sachen Vorbildfunktion versucht die Verwaltung, mit Aktionen und Projekten Anreize bei der Bevölkerung aber auch bei der eigenen Belegschaft zu schaffen.

„Wir werden beispielsweise in diesem Jahr zum neunten Mal zur Teilnahme an der bundesweiten Klimaschutzkampagne Stadtradeln aufrufen. Ab dem 7. Juni heißt es dann wieder, das Auto so oft wie möglich stehen zu lassen und drei Wochen lang kräftig in die Pedale zu treten“,

so Kiefer, Schirmherr der Aktion. Parallel dazu soll das neue Fahrradmietsystem VRNnextbike eröffnet werden. Im gesamten Stadtgebiet werden der Verkehrsverbund Rhein-Neckar (VRN) und die Stadtwerke Kaiserslautern (SWK) an 14 Stationen künftig insgesamt 120 Fahrräder zum Ausleihen vorhalten. An den stark frequentierten Verkehrsknoten soll das Mietrad damit das Angebot von Bus und Bahn sinnvoll ergänzen.

Darüber hinaus will die Verwaltung erneut das Angebot des Jobtickets für die Mitarbeiter prüfen, die Nutzung der bestehenden Dienst-Pedelecs optimieren und vereinfachen, den Klimacoach-Wettbewerb der Landesenergieagentur unter den Mitarbeitern erneut ins Leben rufen , regelmäßig an der weltweiten Aktion Earth Hour teilnehmen und Möglichkeiten suchen, um mehr Dienstfahrzeuge mit Elektrobetrieb zu nutzen.

In alle Prozesse soll selbstverständlich die Bürgerschaft aktiv eingebunden werden. Nach einem erfolgreichen Workshop zum Mobilitätsplan Anfang dieses Jahres findet am 2. Mai ein Bürgerworkshop statt, an dem jeder eingeladen ist, seine Ideen und Anregungen für ein klimaneutrales Kaiserslautern einzubringen. Bis Ende September ist dem Fördermittelgeber der fertige Masterplan in Form eines Abschlussberichts inklusive Umsetzungsbeschluss zu überreichen.

Nähere Informationen zum Masterplan, den Aktivitäten und den anstehenden Terminen unter www.klima-kl.de