Ludwigshafen: Seelisch gesund durch die Lebensmitte – Drei Veranstaltungen zur „Woche der seelischen Gesundheit“ vom 13. bis 17. März 2017

Ludwigshafen – „Die Kunst, gesund zu sein“ ist das jährliche Motto, unter dem die Städte Ludwigshafen und Frankenthal sowie der Rhein-Pfalz-Kreis seit mehr als 15 Jahren anlässlich der „Woche der seelischen Gesundheit“ rund um das Thema Seelische Gesundheit informieren. In diesem Jahr finden drei Abendveranstaltungen in der „Woche der seelischen Gesundheit“ statt, die sich den besonderen Herausforderungen in der Lebensmitte widmen.

Die Lebensmitte beschreibt den Personenkreis der 40- bis 60-Jährigen, der schon einiges erlebt, aber auch noch eine Menge vor sich hat. Man ist nicht mehr jung, aber auch noch nicht alt. Die Lebensmitte ist eine Zeit voller Aufgaben und es kann vieles zusammenkommen: Manch einer steht mitten in einem komplexen Erwerbsleben, die Kinder werden größer und verlassen das Haus, die eigenen Eltern können nicht mehr so wie früher und der Arzt sagt vielleicht, man sollte dieses mehr und jenes weniger machen.

Die Anforderungen, die von außen an Menschen in der Lebensmitte herangetragen werden, können enorm sein. Um hier gut zu bestehen und nicht durch Dauerstress, persönliche Krisen und Zukunftsängste zu erkranken, bedarf es individueller Bewältigungsstrategien und Ressourcen. Ressourcen können zum Beispiel Dinge und Tätigkeiten sein, die nur dem einen Zweck dienen, nämlich, dass sie einem gut tun. Es kann das Verfassen eines Gedichtes sein, das in einem privaten Notizbuch schlummert. Es kann Musik sein, die man gerne zur Beruhigung in Stressphasen hört. Es gibt viele individuelle Wege, die einem helfen, aus persönlichen Krisen etwas Positives zu machen. Dabei geht es nicht darum, sein Leben grundlegend zu ändern.
Um diese vielen individuellen Strategien und Möglichkeiten, seelisch gesund zu bleiben, geht es bei den drei Abendveranstaltungen. Sie werden organisiert von den Psychiatriekoordinatorinnen der Städte Frankenthal und Ludwigshafen, Melanie Krebs und Andrea Hilbert, und dem Psychiatriekoordinator des Rhein-Pfalz-Kreises, Dennis Tamke, in Zusammenarbeit mit verschiedenen Einrichtungen, Krankenhäusern und Diensten der gemeindenahen Psychiatrie aus Ludwigshafen, Frankenthal und dem Rhein-Pfalz-Kreis.

Bei der Eröffnungsveranstaltung am 13. März 2017 um 18 Uhr im Theater Alte Werkstatt in Frankenthal stehen die musikalisch-literarischen Wege für die seelische Gesundheit im Fokus. Im Vorfeld wurde ein „Poetry Jam“ ausgeschrieben, der Menschen zwischen 40 und 60 Jahren ermutigen sollte, Texte vor dem Hintergrund ihrer persönlichen Erfahrungen zu verfassen, die sie an diesem Abend vortragen werden. Im Gegensatz zu einem „Poetry Slam“ (Dichterwettstreit) soll bei dieser Veranstaltung keine Bewertung durch das Publikum erfolgen. Zusammengekommen sind Gedichte und Kurzgeschichten, die sich auf nachdenkliche und humorvolle Weise mit ausgewählten Themen in der Lebensmitte beschäftigen und die von den Verfassern auf der Bühne dargeboten werden. Ricarda Hagemann wird im Anschluss an die Texte auf dem Saxofon zu dem gerade Gehörten improvisieren, um so die Botschaft auf musikalische Art zu interpretieren. Sie unterrichtet an der Musikschule Frankenthal und ist durch ihre zahlreichen Bandprojekte und Auftritte in der Region und auch überregional bekannt. Marc Lohse, ebenfalls von der Musikschule der Stadt Frankenthal, umrahmt die Veranstaltung am Klavier und spielt Werke eines Komponisten, der selbst an einer seelischen Erkrankung leiden musste. Zuvor beschreibt Dr. med. Matthias Münch, wie er als Chefarzt der Abteilung für Psychiatrie und Psychotherapie der Stadtklinik Frankenthal die besonderen Herausforderungen der Lebensmitte erlebt.
Am 15. März 2017 ab 18 Uhr wird in der Volkshochschule Ludwigshafen eine Fotoausstellung unter dem Titel „Was mich berührt“ präsentiert. Menschen zwischen 40 und 60 Jahren haben passend zum Thema Fotos eingereicht, die verdeutlichen sollen, was ihnen in der Lebensmitte Mut und Kraft gibt. Daraus ist eine Ausstellung mit zwölf Exponaten entstanden, die an der VHS auch über die Veranstaltung hinaus zu sehen sein wird. Passend zum Thema und zur Ausstellung wird Dr. Jörg Breitmaier, Chefarzt der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie am Krankenhaus Zum Guten Hirten, einen Vortrag mit dem Titel „Aus der Mitte gelassen die Grenzen im Blick haben – Versuch über die Herausforderungen einer Lebensphase“ halten. Der Abend wird musikalisch begleitet vom Musiktrio „Focus 37“ des Evangelischen Diakoniewerks ZOAR, Ludwigshafen.

Am 17. März 2017 zeigt das Rex-Kino-Center in Schifferstadt um 18 Uhr den Dokumentarfilm „Plan B“ von der Regisseurin Andrea Rothenburg, die mit ihrer Arbeit zur Entstigmatisierung psychischer Erkrankungen beiträgt. Der Film mit einer Länge von 88 Minuten erzählt die Geschichte dreier Frauen, die unterschiedliche Krisen und Traumata erlebten. Sie sind an ihren psychischen Problemen gewachsen und haben für sich einen Weg gefunden, mit diesen Problemen leben zu können. Ihre Geschichten können anderen Menschen Mut machen.
Die Woche der seelischen Gesundheit wird unterstützt durch die Sparkasse Vorderpfalz, die Sparkasse Rhein-Haardt, die AOK, die Firma Print Art, der BASF SE sowie durch die Landeszentrale für Gesundheitsförderung in Rheinland-Pfalz e.V. und das Ministerium für Soziales, Arbeit, Gesundheit und Demografie.
Der Eintritt zu allen drei Veranstaltungen ist frei. Weitere Informationen gibt es im Internet unter www.woche-der-seelischen-gesundheit.de und auf www.ludwigshafen.de.