Neustadt: „Waschtag bei Luthers“

Eigenproduktion der Neustadter Schauspielgruppe zum Reformationsjubiläum in Zusammenarbeit mit der protestantischen Stiftskirchengemeinde Neustadt

Karten für den
Karten für den "Waschtag bei Luthers" eignen sich natürlich auch als Weihnachtsgeschenk. Der Vorverkauf bei Tabak Weiß in Neustadt ist angelaufen. (Foto: Adolf Kluth)

Neustadt an der Weinstraße – Anlässlich des 500-jährigen Reformationsjubiläums 2017 zeigt die Neustadter Schauspielgruppe im Casimirianum ihre Eigenproduktion „Waschtag bei Luthers“.

Die damalige Zeit und Ereignisse werden aus der Sicht interessanter Frauen dargestellt. In geschickt angelegten Doppelrollen spielen die sechs Akteurinnen sowohl die arbeitsamen, vertratschten Waschfrauen der Luthers als auch historische Persönlichkeiten, die wichtige Positionen während der Reformation inne hatten: Als Ehefrauen der Reformatoren, als bibelkundige Frauen, aber auch als Fürstinnen, die sich mit Glaubenslehren engagiert auseinandersetzten.

Die Szenarien spielen im Jahr 1546. Martin Luther ist gestorben, der Haushalt der Familie Luther steht Kopf. Die Feierlichkeiten müssen vorbereitet werden und all die Gäste, die zur Trauerfeier kommen und hierzu im Hause Luther Quartier beziehen, wollen auch bedacht sein. So treffen sich sechs Waschfrauen, die Katharina von Bora zur Seite stehen, in aller Frühe zum außerordentlichen Waschtag, um Tisch- und Bettwäsche für die Gäste vorzubereiten.

Neben all der Arbeit bleibt aber natürlich noch genug Zeit für Klatsch und Tratsch über Gott und die Welt, über den verstorbenen Luther, über seine Reformation und natürlich über die Gäste. Hat der verstorbene Hausherr wirklich die Ordnung in ganz Deutschland ins Wanken gebracht und wer hat ihn dabei begleitet? Wer kommt wohl alles zu seiner Bestattung? Was ist dran an den Gerüchten, dass es unter seinen Wegbegleitern auch Frauen gab, die selbst als Reformatorinnen tätig waren? Wie sieht die Zukunft aus in diesem Land, in dem gerade alles im Umbruch ist und wie sieht sie nicht zuletzt in dem Haushalt aus, dem man selbst angehört, der nun der Haushalt seiner Witwe Katharina von Bora ist?

Die Aufführungen sind im Casimirianum, Ludwigstraße 1, der Kartenvorverkauf läuft bei Tabak-Weiß in Neustadt (Hauptstraße 61), Telefon 06321/2942, www.tabak-weiss.de. Premiere ist am Samstag, 21. Januar 2017, 20 Uhr (Benefizveranstaltung). Weitere Aufführungen: Samstag, 28. Januar, 20 Uhr, Sonntag, 29. Januar, 15 Uhr, Samstag, 11. Februar, 20 Uhr, Sonntag, 12. Februar, 15 Uhr. Bei den Aufführungen an den Sonntagen wird in den Pausen durch die Stiftskirchengemeinde Kaffee und Kuchen serviert.

Die historischen Frauenfiguren:

Katharina von Bora: Entflohene Nonne und Ehefrau Luthers
Elisabeth von Calenberg: Herzogin, die im hannoveranischen Bereich durch eine neue Kirchen- und Klosterordnung den Protestantismus verbreitete und stärkte.
Argula von Grumbach: Frau des Statthalters von Dithfurt, welche die Gelehrten der Universität Ingolstadt zu einem öffentlichen Disput über die Rolle der Frau in der Bibel einlud….vergebens.
Ursula von Münsterberg: Nonne, welche das Kloster verließ und ihren Entschluss in einer Schrift von 69 Artikeln rechtfertigte. Das Schreiben wurde mit einem Nachwort Martin Luthers gedruckt.
Wibrandis Rosenblat: Beispiel der klassischen Pfarrersfrau. War mit 4 Männern, darunter 3 Reformatoren verheiratet und unterstützte sie in der Seelsorge.
Olympia Fulvia Morata: (ein bisschen später als die anderen Frauen) Ihr wurde als erster Frau ein Lehrstuhl der alten Sprachen an der Universität Heidelberg angeboten. In Ihren Vorlesungen beschäftigt sie sich mit Ciceros Schriften und vergleicht deren Inhalte mit Inhalten des neuen Testaments. Sie übersetzt auch Psalmen ins Deutsche.