Karlsruhe: Weltcup-Sieg für Cathrin Dürr

Zwölf Medaillen für Team von Nachwuchs-Chefbundestrainer Detlef Hofmann

Karlsruhe. Der letzte World Cup in diesem Jahr fand im portugiesischen Montemor-o-Velho statt. Der Deutsche Kanu-Verband (DKV) entsendete für den abschließenden World Cup sein U23-WM-Team plus im Canadier-Damen-Bereich die beiden schnellsten deutschen Frauen: Cathrin Dürr und Johanna Handrick. Die Verantwortung des Teams lag bei Detlef Hofmann, Nachwuchs-Chefbundestrainer des DKV, der mit insgesamt vier Gold-, vier Silber- und vier Bronzemedaillen sehr zufrieden mit seiner Mannschaft war.

Für Cathrin Dürr ist Montemor einfach ein besonderer Ort. Die ziemlich windanfällige Strecke, nur wenige Kilometer landeinwärts des Atlantiks gelegen, war schon 2012 für sie ein erfolgreiches Pflaster. Damals gewann die heute 27- jährige Karlsruherin die Silbermedaille bei den U23 Europameisterschaften im Einercanadier über 200 Meter. Vier Jahre dauerte es nun bis Dürr wieder an den Platz ihres größten Erfolgs kehrte und prompt gelang der erste World Cup Sieg ihrer Karriere. Gemeinsam mit der Leipzigerin Johanna Handrick ließen sie der internationalen Konkurrenz über 500 Meter keine Chance und feierten einen Start-Ziel-Sieg. Es hatte sich zuvor bereits angekündigt, denn am ersten Finaltag gelang Handrick der Gewinn der Bronzemedaille über 200 Meter, Dürr belegte bei diesem Rennen den fünften Platz. Doch ihr liegt die längere Distanz mehr und der Zweier mit Handrick „rutscht von Mal zu Mal besser“, so dass die als eher tieferstapelnd bekannte Karlsruherin schon vor dem Finale das Ziel Goldmedaille ausgab. Nach dem Rennen war die „Rheinschwester“ dann völlig aus dem Häuschen:

„Das war ein richtig cooles Rennen. Hat mega Spaß gemacht gegen den Wind zu kämpfen und im Zweier kann ich dann auch irgendwie nochmals mehr Druck geben, auch wenn die Muskeln schon brennen und ich die Arme fast nicht mehr kontrollieren kann.“

Insgesamt präsentierte sich die U23 Athleten sehr stark. Wenngleich Detlef Hofmann die Ergebnisse wieder relativiert in dem er durchaus richtig anmerkt, dass viele Nationen auch nur mit den U23 Mannschaften nach Portugal reisten. Dennoch freute er sich über den Medaillenregen und lobte die sehr professionelle Einstellung seines Nachwuchsteams:

„Die Athleten sind die Sache sehr ernst angegangen und gerade der Sieg des Sprintzweiers mit Max Lemke und Felix König ist schon eine herausragende Leistung. Einige Boot haben mir schon sehr gut gefallen an anderen muss noch ein wenig gefeilt werden. Es liegt noch ein hartes Stück Arbeit bis zur U23 Weltmeisterschaft vor uns, aber wenn die Jungs und Mädels engagiert weiter trainieren, dann sehe ich den Titelkämpfen hoffnungsfroh entgegen.“

Hofmann sieht für die Nachwuchskanuten außerdem die einmalige Gelegenheit sich im Olympia-Jahr durch positive Ergebnisse in der U23 schon einmal für das nächste Jahr ins Gespräch zu bringen.

Für Cathrin Dürr dürfte im Übrigen ein Blick in den Wettkampfkalender in Richtung 2018 höchst interessant sein, denn dann finden zum ersten Mal die Weltmeisterschaften im Kanu-Rennsport in Montemor-o-Velho statt. Eine gute Gelegenheit, mit dem guten Omen im Rücken, weiter international anzugreifen.