Tag des Baumes am 25. April 2012

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Mit dem Zitat von Julius Sterling Morton „Andere Festtage dienen der Erinnerung, der Tag des Baumes weist in die Zukunft“ erinnert die Stadt Landau an den „Tag des Baumes“, der jedes Jahr am 25. April gefeiert wird.

Der „Tag des Baumes“ geht auf Julius Sterling Morton zurück. Dieser wanderte Mitte des 19. Jahrhunderts in das baumarme Nebraska aus. Als Journalist und Farmer erkannte er den großen Wert von Bäumen. In seiner „Baumtag-Resolution“ fasste er seine Erkenntnisse zusammen, dass Baumpflanzungen einen hohen ästhetischen und physiologischen Wert darstellen und auch wirtschaftliche Vorteile bieten. Als Farmer wusste er auch um die Werthaltigkeit von fruchtbarem Boden, der vor Wind- und Wasser-Erosion durch die Pflanzung von Bäumen und Sträuchern geschützt werden kann. Daraufhin pflanzten am 10. April 1872 erstmals Bürger und Farmer mehr als eine Million Bäume in Nebraska.

In den Folgejahren riefen schließlich alle Staaten der USA den „Tag des Baumes“ jeweils für den 2. Mittwoch eines jeden Aprils aus.
Der „Tag des Baumes“ wurde allmählich in der ganzen Welt bekannt. In Deutschland wurde dieser Tag erstmalig 1952 durch den ehemaligen Bundespräsidenten Theodor Heuss eingeführt. Seither wird der „Tag des Baumes“ in Deutschland jedes Jahr am 25. April gefeiert. Dieses Jahr jährt sich der Tag des Baumes zum 60. Mal.

„Für mich ist jeder Tag ein Tag des Baumes“, so Claus Specht von der Grünflächenabteilung im Umweltamt. Er hat alle Hände voll zu tun – müssen doch alle Bäume 20.000 Bäume im Stadtgebiet und in den Ortsteilen regelmäßig auf Stand- und Bruchsicherheit kontrolliert und Baumpflegemaßnahmen ausgeführt werden.

Neben den heimischen Baumarten wie Ahorn, Linde, Eiche, Esche, Hainbuche, die den Hauptanteil der städtischen Bäume bilden, liegt die Besonderheit des Baumbestand in Landau darin, dass es eine große Bandbreite an verschiedenen Arten und Sorten gibt. Die Gartenamtsleiter der zurückliegenden Jahrzehnte haben von dem reichhaltigen Angebot er Baumschulen also regen Gebrauch gemacht und dafür gesorgt, dass insgesamt mehr als 330 verschiedene Baumarten und -sorten in den städtischen Grünflächen wachsen.

Die größten Bäume im Stadtgebiet stehen allerdings nicht auf stadteigenen Flächen, sondern auf privaten Flächen. Es sind die beiden Mammutbäume (Sequoiadendron) in Godramstein an der Ausfahrt der B10. Mit einem Stammumfang von mehr als 6 Meter und einer Höhe von schätzungsweise 35 Metern sind sie als Naturdenkmale ausgewiesen.
Im Zoo gibt es ebenfalls einen Urweltmammutbaum (Metasequoia) mit über 3,5 m Stammumfang und knapp 30 m Höhe und eine Sumpfzypresse (Taxodium) mit knapp 3 m Stammumfang.

Ein stattliches Exemplar eines ostasiatischen Korkbaumes (Phellodendron) steht z.B. an der Hindenburgstraße auf der Wiese. An der Weißenburger Straße in der Nähe des Bahnübergangs steht eine große Baumzypresse (Cupressozyparis), eine natürliche Kreuzung zwischen einer Zypresse und einer Scheinzypresse.
Gleich mehrere Stinkeschen (Tetradium) gibt es im Ostpark. Diese Bäume stammen aus China und verdanken ihren Namen den großen weißen Rispenblüten, die im Sommer durchdringend riechen.
Sogar kleine Kaki-ähnliche-Früchte (Diospyros) lassen sich in Landau ernten, von einem Verwandten des eigentlichen Kaki-Baumes.
Neben der Landavia blühen im April die aus dem Mittelmeergebiet stammende Judasbäume (Cercis). Der Legende nach habe sich Judas an einem solchen Baum erhängt. Der Baum sei hierauf vor Scham rot angelaufen, daher die violett-roten Blüten, die direkt an Stamm und Ästen austreiben.
Am Nordeingang zum Goethepark steht der aus Westchina stammende Taschentuchbaum (Davidia). Er macht seinem Namen alle Ehre durch die weiß gefärbten Hochblätter, die im Mai/Juni wie Taschentücher an den Ästen hängen. Weiter nach Süden im Park wächst ein aus Asien stammender Papiermaulbeerbaum (Broussonetia)
An dem Synagogendenkmal wurde seinerzeit symbolträchtig eine Libanon-Zeder gepflanzt.
Und die aus Nordamerika stammenden Geweihbäume (Gymnocladus) schmücken die Lina-Kößler-Straße im Quartier Vauban mit ihrem recht bizarren Wuchs.
Die Liste des Stadt-Arboretums lässt sich mühelos fortführen mit asiatischen Flügelnüssen, nordamerikanischen Tulpen- und Trompetenbäumen, japanischen Sichel-Tannen südeuropäischen Zürgelbäumen und Araukarien.

Neben der Reichhaltigkeit an Farben und Formen liegt der Vorteil einer großen Baumvielfalt auch darin, dass das Stadtgrün gegenüber Wetterkapriolen, Schadinsekten, Schildpilzen und zunehmender Trockenheit und Hitze besser gewappnet ist. Insbesondere bei der Auswahl von Straßenbäumen wird auch darauf geachtet, dass die Bäume den Stressbedingungen der innerstädtischen Standorte gewachsen sind und die Wohlfahrtswirkungen der Bäume, wie Luftfilterung, Sauerstoffproduzent, Schattenspender, Temperatur- und Luftfeuchteregulierung, Stadtbildgestaltung in gutem Maße entfalten können.

Zusammenfassend kann festgestellt werden, dass also nicht nur in der Landauer Bevölkerung Multi-Kulti herrscht, sondern auch unter den Landauer Bäumen.