Die Legende vom Heiligen Trinker

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Die Kulturabteilung der Stadt Neustadt an der Weinstraße eröffnet am 18. Oktober 2012, 20 Uhr die Schauspielreihe 2012/2013 mit einem neu inszenierten Stück des Tournee-Theaters Thespiskarren in einer Koproduktion mit den Kasseler Musiktagen.

Die Legende vom heiligen Trinker ist ein Schauspiel mit Musik nach Joseph Roth. Die Dramaturgie und Regie übernahm Silvia Armbruster, für die Ausstattung sorgten Stefan Morgenstern und Melanie Fürst und die Musik schrieb Robert Merdzo. Die Akteure auf der Bühne sind Lisa Wildmann, Ernst Konarek und Wolfgang Seidenberg.

Zum Stück
„Die Legende vom heiligen Trinker“ ist Joseph Roths letzte, 1939 entstandene Erzählung, in der er jüdische und katholische Tradition verbindet. Joseph Roth nannte seine letzte Erzählung „Mein Testament“ und wirklich nimmt sie in der Geschichte des Andreas Kartak mit bestürzender Konsequenz den Tod des großen Autors (1894-1939) vorweg.

Strotzend vor Spiellust
Prosatexte taugen nicht immer für das Theater, aber Regisseurin Silvia Armbruster ist das Wunder gelungen: Sie bringt die Erzählung im Original auf die Bühne, aber zugleich bietet sich ein ungeheuer lebendiger Theaterabend, der vor Spiellust nur so strotzt.

Zum Inhalt
Andreas Kartak ist ein Trinker und lebt unter einer der vielen Brücken von Paris. Eines Abends geschieht ein Wunder: Ein gut gekleideter Herr gibt ihm 200 Francs mit der Auflage, diese Schulden an die kleine Heilige Thérèse von Lisieux in der Kapelle St. Marie de Batignolles abzutragen. Und es muss unbedingt an einem Sonntag sein! Andreas wird von da an von Wundern geradezu heimgesucht. Sobald er die Summe vertrunken oder mit leichten Mädchen durchgebracht hat, kommt er auf wundersame Weise erneut an die 200 Francs und immer wieder hegt er die besten Absichten, der kleinen Heiligen Thérèse seine Schulden zu erstatten. Doch es gelingt nie – mal hat er es wieder durchgebracht, mal ist kein Sonntag. Wie das bei Trinkern in ihrer ganzen Fehlbarkeit eben so ist. Bis sie schließlich selbst als letztes himmelblaues Wunder zu ihm kommt und ihn erlöst. Ein Heiliger – der Trinker.

Die Regisseurin
Silvia Armbruster, verantwortlich für Dramatisierung und Regie, arbeitete ab 1990 als Regieassistentin am Nationaltheater Mannheim, Staatstheater Stuttgart, Bayerischen Staatsschauspiel München, Bremer Theater u.a. bei Hans Kresnik und George Tabori. Für ihre erste Inszenierung bei der Bremer Shakespeare Company erhielt sie den Förderpreis der Akademie der schönen Künste Frankfurt. Weitere Inszenierungen führten sie nach Mainz, Stuttgart, Ingolstadt, München und Bremen. Auszeichnungen erhielt sie für „Pesthauch und Liebeslust“ nach Boccaccios „Decamerone“ (eingeladen zum baden-württembergischen Theatertreffen der Stuttgarter Zeitung, 2. Jury-Preis), „Wahlverwandtschaften“ nach dem gleichnamigen Roman von Johann Wolfgang von Goethe (ausgezeichnet von den Europäischen Festwochen, Passau, eingeladen vom Theater in der Josefstadt Wien, Schlosspark Theater Berlin, Stuttgart, Bremen, München, Braunschweig, Tübingen), „Hyänen“ von Kerstin Hensel (Ensemblepreis der Bayerischen Theatertage) und „Grace & Glorie“ von Tom Ziegler (eingeladen zum österreichischen Theatertreffen).

Hinweis:
Ein Mitglied des Theaterensembles führt um 19:15 Uhr im Beethovensaal in das Stück ein.

Karten
Karten (10 bis 20 € und Ermäßigungen) erhältlich bei der Kulturabteilung, Friedrichstraße 1, Telefon 06321 855-404. Montag – Freitag 9:30 – 12:30 Uhr, Montag – Mittwoch 14:00 – 16:00 Uhr und Donnerstag 14:00 – 17:00 Uhr.
Am Veranstaltungstag an der Abendkasse eine Stunde vor Beginn der Vorstellung. –
Online-Ticketing: www.ticket-regional.de