Kamera am „11 Freunde Kreisel“ in Betrieb

Kreisel - Elf Freunde

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Über 60 Vorschläge wurden eingereicht, aus denen nun sechs Themen weiter verfolgt werden. Eines dieser Themen ist die Verbesserung der Ampelsteuerung durch „intelligente Ampelanlagen“ in Kaiserslautern. Die Koordination dieses Projekt obliegt dem Fraunhofer IESE, das sich mit Hilfe des Instituts für Mobilität und Verkehr der TU Kaiserslautern, Mobotix und dem Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) Kaiserslautern, in Zusammenarbeit mit der Stadt Kaiserslautern, diesem Problem widmen möchte.

Der 11-Freunde-Kreisel ist eines der markantesten Wahrzeichen Kaiserslauterns. Doch der „Löwenburgkreisel“ ist nicht nur für die lange Fußballtradition der Stadt, sondern auch für etwas eher Unangenehmes bekannt: Stau! Zu Stoßzeiten kommt es zu nicht mehr tragbaren Wartezeiten in der Zollamtstraße und langen Rückstaus.

Im Bürger schafft Wissen Teilprojekt „Intelligente Ampelanlagen“ soll daher eine Lösung der Rückstauproblematik zu Stoßzeiten erforscht werden. Dazu arbeiten das Fraunhofer IESE, das Fachgebiet Mobilität & Verkehr der Technischen Universität Kaiserslautern, das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz, die Firma Mobotix und das städtische Tiefbauamt zusammen. Unterstützt werden die Partner durch drei Bürger, die im Auswahlwettbewerb Vorschläge zum Thema Ampelanlagen eingereicht haben.

Im Rahmen dieses Projekts sind zwei Kameras am „11 Freunde Kreisel“ in Betrieb und zeichnen vom 23.04. bis zum 25.04.2013 das Verkehrsgeschehen auf. Die Aufnahmen erfolgen vom Dach der „Löwenburg“ aus, da dieser Standort einen nahezu freien Blick auf den Kreisverkehr ermöglicht. Die beiden von der Firma Mobotix aus Langmeil bei Winnweiler zur Verfügung gestellten Kameras sollen zum einen die Verkehrsbelastungen aufzeichnen und zum anderen zur Detektion des Rückstaus in der Zollamtstraße dienen.

Das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) wird die Videodaten dazu mittels eines neuartigen Algorithmus auswerten, der aus dem Videomaterial automatisch Fahrzeuge erkennen und zählen kann. Die gewonnen Daten speisen das vom Fachgebiet Mobilität & Verkehr der TU entwickelte Computermodell des Kreisverkehrs. Nachdem das Modell so weit wie möglich an die Realität angepasst ist, soll durch Simulation eine Ampelsteuerung für den Kreisverkehr erprobt werden.

Die Kombination von Dosierungsampel und kleinem innerstädtischen Kreisverkehr ist eine Neuheit auf dem Gebiet der Verkehrstechnik, betont Johannes Roos, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Fachgebiet von Prof. Dr.-Ing. Ulrike Reutter. Bislang ist man immer davon ausgegangen, dass Kreisverkehre Ampeln ersetzen sollen. Dies, so die Verkehrsexperten der TU, funktioniere nur, wenn der Kreisverkehr gleichmäßig belastet und symmetrisch konstruiert sei.

Diese beiden Anforderungen treffen auf den „11 Freunde Kreisel“ nicht zu, da es zum einen eine sehr starke Verkehrsbeziehung Zollamtstraße – Eisenbahnstraße gibt und zum anderen die Zufahrten nicht gleichmäßig angeordnet sind. Wenn sich in der Simulation eine Verbesserung der Verkehrslage abzeichnet, so wollen die Forscher unter Leitung des Fraunhofer Instituts für Experimentelles Software Engineering (IESE) noch in diesem Sommer eine Pilotanlage in Betrieb nehmen. Das Ergebnis des Projekts wird im November im Rahmen von „Bürger schafft Wissen“ in der Fruchthalle präsentiert.