Neustadt: 
HEXENJAGD (The Crucible)
 am 30. Oktober 2018

Neustadt an der Weinstraße – 
Thematisch aktueller denn je, präsentiert die Kulturabteilung Neustadt am 
Di, 30.10.2018 um 20 Uhr das Schauspiel Hexenjagd von Arthur Miller. Seine Meinung & Rechte vertreten bis zum letzten Gang zum Galgen. Ausgezeichnet mit dem Antoinette Perry Award und dem Tony Award als Bestes Stück, erwartet Sie ein besonderer Theaterabend im Saalbau Neustadt.

„Hexenjagd“ behandelt mit der Hexenverfolgung des 17. Jahrhunderts in Amerika zwar einen historischen Stoff, die Zusammenhänge zwischen religiösem und politischem Fanatismus werden aber vom Autor bewusst auch auf seine Gegenwart – die Kommunistenhatz des berüchtigten Senators McCarthy in den 50er Jahren des 20. Jahrhunderts – bezogen.

Die Überraschung: Über 60 Jahre nach der Uraufführung ist „Hexenjagd“ thematisch plötzlich wieder sehr aktuell. Garantierte und selbstverständlich gewordene Rechte und Errungenschaften werden durch Trump, Erdoğan, Orbán oder auch Kaczyński als Nachfolger des US-Senators McCarthy und dessen Jagd auf „subversive Elemente“ zunehmend außer Kraft gesetzt.

Worum geht es in „Hexenjagd“? Für den Zustand pubertierender Mädchen, die nach einem nächtlichen Tanz im Wald sonderbar reagieren, gibt es im puritanischen Salem des 17. Jahrhunderts nur eine Erklärung: Teufelswerk. Man ruft den bekannten Hexenspezialisten Pastor Hale zu Hilfe. Bei den von ihm geleiteten Verhören geben die Mädchen als Ausrede an, verführt und verhext worden zu sein. Sie merken schnell, dass sie der Strafe entgehen können, wenn sie andere der Teufelsbuhlerei beschuldigen. Und so denunzieren sie munter drauf los, bezichtigen unliebsame Gemeindemitglieder und genießen ihre neu gefundene Macht. Eine Hexenjagd beginnt. Als dann aber die junge Abigail vor dem von Richter Danforth eigens einberufenem Hexengericht die Frau des Bauern John Proctor der Hexerei anklagt, hat sie eine Grenze überschritten. Bis allerdings klar ist, dass sich hinter Wahn und Massendenunziation nur eigennützige Ziele verbergen, werden einige Unschuldige hingerichtet…

Mit seiner außergewöhnlichen Bühnenwirkung und den messerscharfen Charakterporträts bis in die kleinste Nebenfigur hinein ist Millers Stück „Hexenjagd“ auch heute noch ein Lehrstück über jegliche Art von Massenhysterie und politisch bzw. religiös motivierte Wahnvorstellungen. In „The Crucible“ (übersetzt „Schmelztiegel“) führt Miller exemplarisch vor, wie leicht ein demokratisches System durch Intoleranz, Ignoranz und Fanatismus mit den Mitteln seiner eigenen Ordnungs- und Rechtsdisziplin ausgehebelt werden kann. Zu Recht gehört „Hexenjagd“ immer noch zu den erfolgreichsten und meistgespielten Dramen des Autors.

Zum Regisseur

Als Regisseur, Dramaturg und Oberspielleiter ist Volkmar Kamm in allen Theaterbereichen zu Hause. Nach seinem Studium der Germanistik, Publizistik und Theaterwissenschaft in Berlin führten ihn Engagements u. a. nach Stuttgart, Salzburg, Bremerhaven, St. Gallen, Regensburg, Ingolstadt, Linz. Eine besondere Begabung hat er für Romandramatisierungen, bei denen er oft auch Regie führt: u. a. Kafkas „Der Prozess“, Tucholskys „Schloss Gripsholm“ und „Kohlhaas 21“, eine moderne Adaption der Kleist-Novelle. Auf große Begeisterung bei Presse und Publikum stieß Kamms Stuttgarter Inszenierung von „Der Kaufmann von Venedig“. Die Tournee mit dem Tournee-Theater THESPISKARREN wurde für den INTHEGA-Preis 2015 nominiert. Ebenso erfolgreich waren an den Schauspielbühnen in Stuttgart so unterschiedliche Regiearbeiten wie u. a. Kleists „Der zerbrochne Krug“, Dürrenmatts „Der Besuch der alten Dame“ und „Kopenhagen“ von Michael Frayn. Kamms auch in Stuttgart gezeigte Inszenierung der eigenen Adaption des Max-Frisch-Romans „Homo Faber“ wurde am Landestheater Salzburg die Erfolgsproduktion der Saison 2009/10. Weitere Inszenierungen: Tennessee Williams’ „Die Glasmenagerie“, Urs Widmers „Top Dogs“ oder „The King’s Speech“ nach dem gleichnamigen Film.
Als Kooperation mit den Schauspielbühnen in Stuttgart zeigt die Konzertdirektion Landgraf „Jeder stirbt für sich allein“ (2. INTHEGA-Preis 2015) sowie Kamms Bühnenfassung und Inszenierung von Günter Grass’ Roman „Die Blechtrommel“ (1. INTHEGA-Preis 2016). „Die Blechtrommel“ ist zuletzt im Jan./Feb. 2018 im Spielplan. „Jeder stirbt für sich allein“ läuft wieder im März 2019.

Infobox


HEXENJAGD (The Crucible)
Schauspiel von Arthur Miller | Eine Aufführung des Euro-Studio Landgraf
Di, 30.10.2018 | 20 Uhr
Stadthalle Saalbau (Bahnhofstra0e 1, 67433 Neustadt a. d. W.)

Einlass: 18:45 Uhr | Beginn: 20 Uhr
Einführung zu dem Konzert 19.00 Uhr im Beethovensaal

Karten (10 – 20€) können online unter www.ticket-regional.de, bei der Kulturabteilung Neustadt (Friedrichstraße 1, 67433 Neustadt), Tabak Weiss, Media Markt Neustadt oder an der Abendkasse erworben werden.

Öffnungszeiten der Kulturabteilung:
Mo-Mi: 09:30-12:30 / 14:00-16:00 Uhr
Do: 09:30-12:30 / 14-17:00 Uhr
Fr: 09:30-12:30 Uhr