Sinsheim: 24. ADAC Heidelberg Historic ging am Samstag zu Ende

Auszeichnung der FIVA als herausragende Veranstaltung in Deutschland

Sinsheim – Am Samstagabend endete die 24. ADAC Heidelberg Historic mit der Zieleinfahrt am Technik Museum Sinsheim. Zwei Rallye-Tage mit unvergesslichen Eindrücken für Teilnehmer und Zuschauer: Die 370 Fahrer und Beifahrer genossen die reizvolle Landschaft entlang der 550 Kilometer langen Strecke und die sportlichen Herausforderungen bei den 17 Wertungsprüfungen. Tausende Zuschauer begrüßten die 185 auf Hochglanz polierten historischen Fahrzeuge mit viel Applaus auf Ihrer Tour durch mehr als 100 Ortschaften im Kraichgau, in der Kurpfalz, im Madonnenland und im Zabergäu.

Jürgen Fabry, der als Veranstalter und Sportleiter des ADAC Nordbaden e.V. die Organisation verantwortet, freute sich, dass die Veranstaltung so viel Zuspruch erlebte: „Es war für mich und mein Team schön zu sehen, dass die Rallye sowohl für die Fahrer als auch für die Zuschauer ein Genuss war.“ Ausgelassen wurden die Teilnehmer auf dem Marktplatz in Weinheim begrüßt, wo hunderte Zuschauer die durchfahrenden Oldtimer beklatschten. Tausende Zaungäste versammelten sich wieder einmal auf dem Heidelberger Marktplatz und beste Rallyestimmung fand man – wieder einmal – im „Epizentrum“ Spechbach, wo der rasante Rundkurs durch den Ort eine Herausforderung an Fahrzeug und Fahrer darstellt. Die Rallyepause im Audi Forum Neckarsulm nutzten viele, um im Bummel durch die Ausstellung noch mehr über die Automobilgeschichte zu erfahren.

Im Porsche 356 SC, Bj. 1964, fuhren Willy und Christa Eisinger zum Sieg. (Foto: ADAC/Luca Siermann)
Im Porsche 356 SC, Bj. 1964, fuhren Willy und Christa Eisinger zum Sieg. (Foto: ADAC/Luca Siermann)

Als Gesamtsieger wurden am Samstagabend in Sinsheim schließlich Willy und Christa Eisinger ausgezeichnet, die mit ihrem Porsche 356 SC, Baujahr 1964, nach 550 Kilometern gerade einmal 6,17 Sekunden von der vorgegebenen Zeit abwichen. In der Gruppe der ältesten Fahrzeuge holten sich Jürgen und Anja Meggle im Riley Racing MPH, Baujahr 1933, mit 9,86 Sekunden Abweichung den Pokal. Sieger der Mannschaftswertung wurde das Team „Heidelberger Brauerei 1“.

Eine bemerkenswerte Anerkennung erfuhr die Veranstaltung vom Weltverband der Oldtimer-Clubs: Die ADAC Heidelberg Historic ist eine von weltweit 10 Veranstaltungen, auf der die FIVA (Internationale Fédération Internationale des Véhicules Anciens) ihren prestigeträchtigen „Best Preserved Vehicle Award“ vergibt und wurde zur herausragende Automobil-Veranstaltung in Deutschland gewählt. Der Best Preserved Vehicle Award Preis geht an Fahrzeuge, die nach Ansicht der FIVA einen so hohen Anteil an Originalkomponenten, -materialien und -finishes aufweisen, dass sie als wichtige kulturelle Artefakte gelten können. Jürgen Fabry: „Wir sind sehr stolz, dass die FIVA unsere Rally zu den 10 wichtigsten Veranstaltungen* zählt, die für Schutz, Erhaltung und Förderung des weltweiten Motorsporterbes einstehen.“ Unter anerkennendem Applaus wurde im Rahmen der Siegerehrung schließlich verkündet, dass der gelbe Straßenwachtkäfer, der entlang der Strecke ohnehin zum Publikumsliebling wurde, den Best Preserved Vehicle Award erhält.

Vorsitzender Günther Bolich (l.) und Sportleiter Jürgen Fabry (r.) vom ADAC Nordbaden gratulierten Willy und Christa Eisinger zum ersten Platz in der Gesamtwertung. (Foto: ADAC/Luca Siermann)
Vorsitzender Günther Bolich (l.) und Sportleiter Jürgen Fabry (r.) vom ADAC Nordbaden gratulierten Willy und Christa Eisinger zum ersten Platz in der Gesamtwertung. (Foto: ADAC/Luca Siermann)

Der VW Käfer aus dem Jahr 1969 war in seinen ersten acht Lebensjahren rund 15.000 Pannen vor Ort, um liegengebliebenen ADAC Mitglieder weiterzuhelfen. Vorne im Kofferraum und im Fonds des Fahrzeugs befindet sich die original Straßenwacht-Ausstattung, also Werkzeugkoffer und Ersatzteile aus seiner Einsatzzeit bei der ADAC Straßenwacht.

Die Organisatoren durften am Abend der Siegerehrung auch selbst viel Lob entgegennehmen – insbesondere für die reizvolle und abwechslungsreiche Streckenführung durch die schönen Regionen bedankten sich die Teilnehmer aus Deutschland, Schweiz, Frankreich und Italien bei Fabry und seinem Team.

Prof. Dr. Mario Theissen, FIVA Senior Vice President fuhr die erste Etappe im original Straßenwachtkäfer selbst, mit seiner Ehefrau als versierte Beifahrerin. Am zweiten Tag durfte eine über Facebook ausgeloste Teilnehmerin dem Fahrer Oliver Hamrich die Strecke aus dem umfangreichen Bordbuch vorgeben. Die zwei Gelben Engel standen den Rallye-Teilnehmern und ihren Fahrzeugen für kleinere Reparaturen mit einem aktuellen Fahrzeug zur Seite und bewiesen viel Fingerspitzengefühl bei den „älteren, vierrädrigen Patienten“, teilweise unter den heißen Temperaturen zu leiden hatten. (Foto: ADAC/Luca Siermann)
Prof. Dr. Mario Theissen, FIVA Senior Vice President fuhr die erste Etappe im original Straßenwachtkäfer selbst, mit seiner Ehefrau als versierte Beifahrerin. Am zweiten Tag durfte eine über Facebook ausgeloste Teilnehmerin dem Fahrer Oliver Hamrich die Strecke aus dem umfangreichen Bordbuch vorgeben. Die zwei Gelben Engel standen den Rallye-Teilnehmern und ihren Fahrzeugen für kleinere Reparaturen mit einem aktuellen Fahrzeug zur Seite und bewiesen viel Fingerspitzengefühl bei den „älteren, vierrädrigen Patienten“, teilweise unter den heißen Temperaturen zu leiden hatten. (Foto: ADAC/Luca Siermann)

Ein Datum sollte man sich gleich vormerken: Vom 11. bis 13. Juli 2019 findet die 25. ADAC Heidelberg Historic statt. Für die Jubiläumsveranstaltung kann man sich bereits ab 1. September anmelden. Informationen und alle Ergebnisse vom Wochenende findet man unter www.heidelberg-historic.de.

Sieger in den einzelnen Gruppen
(Fahrer und Beifahrer, Bei Mannschaftsanmeldung: Team-Name, Fahrzeug, Baujahr, Startnummer):

Gruppe D: bis Baujahr 31.12.1945
Jürgen und Anja Meggle, Riley Racing Team, im Riley Racing MPH, Bj. 1933, Startnummer 17

Gruppe E: Baujahr 01.01.1946 – 31.12.1960
Bruno und Robin Maus, Team Schnauferlclub Mannheim, im Mercedes-Benz 190 SL, Bj. 1955, Startnummer 75

Gruppe F1: Baujahr 01.01.1961 – 31.12.1965
Willy und Christa Eisinger, Team AC Wetzlar im Porsche 356 SC, Bj. 1964, Startnummer 143 – Gesamtsieger

Gruppe F2: Baujahr 01.01.1966 – 31.12.1970
Peter Koch und Claus Wenzel, Team ABC Druck/ABC Premium, im Triumph TR250, Bj. 1968, Startnummer 70

Gruppe G: Baujahr 01.01.1971 – 31.12.1976
Bernhard Schuknecht und Ingela Henningsen, Alfa Romeo Spider Veloce 2000, Startnummer 33

Gruppe X: Sonderklasse
Martin Oszter und Gregor Heller, Team Heidelberger Brauerei 1, im Porsche 928, Bj, 1979, Startnummer 83

Beste Stimmung in Weinheim und Spechbach am Freitag (Foto: ADAC/Luca Siermann)
Beste Stimmung in Weinheim und Spechbach am Freitag (Foto: ADAC/Luca Siermann)