Speyer: Der Dom als Wallfahrtsort – Betrachtung zum Weltpilgertag am 22. Juli 2018

Speyer – Der Dom zu Speyer ist die bedeutendste Wallfahrtskirche des Bistums. Hauptpatronin des Doms ist die heilige Gottesmutter Maria. Bereits die merowingische Vorgängerkirche, vermutlich an gleicher Stelle wie der heutige Dom, stand unter ihrem Schutz. Hochfest der Kathedrale und Wallfahrtstag ist Mariä Himmelfahrt am 15. August.

Geschichte der Domwallfahrt

Im Mittelalter gehörte der Dom zu den bedeutendsten Wallfahrtsorten des Reiches. Die Menschen kamen, um von der Mutter Gottes Fürsprache und Hilfe zu erbitten. Das ursprüngliche Gnadenbild, das noch in salischer Zeit aufgestellt wurde, war eine thronende vergoldete Madonna. Vor ihr soll Bernhard von Clairvaux, der große Zisterzienserabt und Heilige, an Weihnachten 1146 dem „Salve Regina” die drei Anrufungen „o clemens, o pia, o dulcis virgo Maria” angefügt haben.

Zu Beginn des 14. Jahrhunderts wurde das romanische Bild durch eine stehende Madonna in gotischer Formgebung ersetzt. Als wundertätiges Gnadenbild hochverehrt und mit Weihegaben reich beschenkt, zog sie über Jahrhunderte hinweg Pilger aus allen Ständen und Ländern nach Speyer. Wie durch ein Wunder überstand die Statue den Dombrand 1689. Doch ein Jahrhundert später, im Januar 1794, wurde sie mit dem ganzen Inventar des Domes von französischen Revolutionstruppen verbrannt und die Wallfahrt erlosch. Eine Nachbildung des alten Wallfahrtsbildes blieb mit der 1777 von Joachim Günther geschaffenen Madonna, die bis 1856 die Westkuppel zierte. Sie ist im Kaisersaal des Domes erhalten.

Jakobsmuschel im Pflaster vor dem Dom (Foto: Domkapitel Speyer)
Jakobsmuschel im Pflaster vor dem Dom (Foto: Domkapitel Speyer)

Das heutige Gnadenbild der Mutter Gottes wurde 1930 anlässlich des 900-jährigen Jubiläums der Grundsteinlegung des Doms feierlich in die Kathedrale überführt, nachdem es zuvor in Rom von Papst Pius XI. geweiht worden war. Damit belebte sich auch wieder die Wallfahrt zur „Patrona Spirensis“. Als berühmtester Pilger kniete Papst Johannes Paul II. bei seinem Besuch in Speyer im Jahr 1987 vor der Madonna.

Der Dom als Station auf dem Jakobsweg

Der Dom zu Speyer ist Station an einem der bekanntesten Pilgerwege der heutigen Tage: dem Jakobsweg. Direkt vor dem Dom, unmittelbar beim Domnapf, findet sich im Boden eine steinerne Muschel als Hinweis auf die Bedeutung des Doms als Wallfahrtstation. Immer mal wieder lehnt während eines Gottesdiensts im Dom ein mit einer Muschel verzierter Pilgerstab an einem der mächtigen Pfeiler. In der Dom-Info fragt mancher nach einem Pilgerstempel, einem Muschel-Anhänger oder sucht in Vorbereitung einer Pilgerreise Literatur zum Thema Jakobsweg. Seltener kommen Rom- oder gar Jerusalempilger am Dom vorbei. Aber auch auf deren Route darf der Dom nicht fehlen.

Der Pilgerstempel ist in der Dom-Info im südlichen Domgarten erhältlich. Dort bekommt man auch eine Auswahl an Literatur zum Thema Pilgern. Anfragen zu Gottesdiensten und Pilgersegen nimmt das Pfarramt Pax Christi pfarramt.speyer@bistum-speyer.de entgegen.

Informationen zum Weltpilgertag: www.weltpilgertag.de