Frankfurt: Steigende Kauf- und Mietpreise insbesondere im Neubau – Nachfragedruck lastet auf dem Wohnungsmarkt im IHK-Bezirk

Gebäude der IHK Frankfurt am Main auf dem Börsenplatz (Foto: IHK Frankfurt am Main)
Gebäude der IHK Frankfurt am Main auf dem Börsenplatz (Foto: IHK Frankfurt am Main)

Frankfurt am Main – „Aufgrund des anhaltenden Bevölkerungs- und Beschäftigtenwachstums, der guten wirtschaftlichen Lage in der Region sowie des weiterhin niedrigen Zinsniveaus hat sich der Trend der Vorjahre verfestigt und führte auch im Jahr 2017 zu einem ungebrochen hohen Nachfragedruck auf dem Wohnungsmarkt im IHK-Bezirk Frankfurt am Main. Insbesondere bei den Kaufpreisen wurden zum Teil wieder deutliche Steigerungen verzeichnet“, fasst Prof. Dr. Mathias Müller, Präsident der Industrie- und Handelskammer Frankfurt am Main, vor dem Hintergrund der Veröffentlichung des neuesten Wohnungsmarktberichtes der Frankfurter Immobilienbörse bei der IHK Frankfurt am Main die Ergebnisse zusammen.

„Zwar hat die Bautätigkeit in jüngster Zeit sowohl in Frankfurt am Main als auch in den Landkreisen zugenommen, die tatsächlichen Baufertigstellungen pro Jahr liegen aber weiterhin deutlich unter dem tatsächlichen Bedarf und lindern den Wohnungsfehlbedarf nur marginal. Aufgrund der Verkehrsanbindung zu Frankfurt am Main steigen die Mietnachfragen auch im direkten Umland immer mehr. Daher bleibt es eine der drängendsten Herausforderungen in den Kommunen der Region, Bebauungspläne zur Schaffung neuen Wohnraums, insbesondere für mehrgeschossige Mehrfamilienhäuser, aufzustellen“, ergänzt Helmut Christmann, Vorstandsvorsitzender der Frankfurter Immobilienbörse bei der IHK Frankfurt am Main.

Die Befragung der Mitglieder der Frankfurter Immobilienbörse bei der IHK Frankfurt am Main ergab, dass in den bevorzugten Stadtgebieten von Frankfurt am Main Kaufpreise von bis zu 8.000 Euro pro Quadratmeter für Eigentumswohnungen erzielt werden und die Spitzenwerte bei Neubauwohnungen im gehobenen Segment vereinzelt auch über 10.000 Euro pro Quadratmeter erreichen. Wohnungen in Wohnhochhäusern sind in dieser Betrachtung nicht berücksichtigt worden und können noch einmal deutlich über diesen Preisen liegen. Wiederverkaufspreise für Wohnungen mit einfacher Ausstattungsqualität beginnen in den Frankfurter Randlagen bei etwa 1.200 Euro pro Quadratmeter.

Die erhöhte Bautätigkeit der vergangenen Jahre hat auch in den Landkreisen dazu beigetragen, dass gerade im Neubau hohe Verkaufspreise erzielt werden. In Bestlagen werden – Spitzenwerte ausgenommen – im Main-Taunus-Kreis die höchsten Preise mit 5.500 Euro in Bad Soden und mit 5.000 Euro in Hofheim am Taunus erreicht, im Hochtaunuskreis mit 5.500 Euro in Oberursel und 5.100 Euro in Bad Homburg.

Für Reihenhäuser und Doppelhaushälften werden im durchschnittlichen Standard in Frankfurt am Main in der Regel Preise zwischen 150.000 – zum Beispiel in Höchst, Sindlingen oder in Zeilsheim – und 850.000 Euro erzielt. In den Landkreisen zwischen 90.000 und 700.000 Euro. Die Preise sind abhängig von Größe, Lage und baulichem Zustand der Immobilie. Im Neubausegment, beispielsweise auf dem Frankfurter Riedberg, in den innerstädtischen Spitzenlagen Frankfurts sowie in den Städten des Vordertaunus können für Reihenhäuser und Doppelhaushälften auch deutlich höhere Preise erzielt werden.

Auf dem Mietmarkt werden in Frankfurt für Wohnungen mittlerer bis guter Ausstattungsqualität Mietpreise zwischen 7 und 18 Euro pro Quadratmeter registriert, im Westend auch bis 20 Euro pro Quadratmeter. In den Landkreisen beginnen die Mietpreise bei 4 Euro pro Quadratmeter in Weilrod und Grävenwiesbach und reichen bis zu 13,50 Euro pro Quadratmeter in den Städten des Vordertaunus.

„Wie in den Vorjahren ist zu erkennen, dass insbesondere die Miet- und Kaufpreise im Neubausegment sowohl in Frankfurt am Main als auch in den Landkreisen steigen, die Werte am unteren Ende der Skala sich dagegen nur mäßig erhöhen. Allerdings schrumpft in diesem Segment das verfügbare Angebot“, fasst Christmann die Entwicklungen zusammen.

Angesichts der zunehmenden Wohnraumknappheit im IHK-Bezirk Frankfurt am Main mahnt IHK-Präsident Müller, dass das Wohnen für Beschäftigte zusehends zu einem Engpassfaktor wird, der das unternehmerische Wachstum gefährdet. „Wenn den dringend benötigten Fachkräften nicht ausreichend finanzierbarer Wohnraum geboten werden kann, gefährdet dies letztendlich das Wachstum in Frankfurt am Main und in den umliegenden Landkreisen. Das Thema Wohnen wird für viele Kommunen im Wettbewerb um die klugen Köpfe zu dem entscheidenden Erfolgsfaktor. Daher plädieren wir für eine stärkere regionale Kooperation bei der Bebauung der durchaus vorhandenen Flächen“, so Müller.

Der Wohnungsmarktbericht enthält zu allen Gemeinden der Kreise Hochtaunus und Main-Taunus sowie der Stadt Frankfurt am Main detaillierte Angaben zu Mietwohnungen, Eigentumswohnungen, Reihenhäusern, Doppelhaushälften, Einfamilienhäusern, Baugrundstücken sowie zum Jahresmietfaktor. Mitglieder der Immobilienbörse sind Sachverständige, Makler, Entwickler, Verwalter und weitere rund um die Immobilie engagierten Unternehmen und Institutionen. Der vollständige Marktbericht kann unter www.frankfurt-main.ihk.de/wohnungsmarktbericht heruntergeladen werden.