Hockenheim: DTM-Titelkampf spitzt sich weiter zu – zehn Piloten mit Chancen

Bildunterschrift/Beschreibung: #3 Paul Di Resta, Mercedes-AMG C 63 DTM, #11 Marco Wittmann, BMW M4 DTM (Foto: Gruppe C / Hoch Zwei)
Bildunterschrift/Beschreibung: #3 Paul Di Resta, Mercedes-AMG C 63 DTM, #11 Marco Wittmann, BMW M4 DTM (Foto: Gruppe C / Hoch Zwei)

Hockenheim – Gefühlt gab es noch nie in einer DTM-Saison so viele derart spannende Rennen – und faktisch noch nie so viele Titelanwärter nur vier Rennen vor Saisonende. Zehn Piloten haben noch Chancen auf den prestigeträchtigen Meistertitel. Das ist mehr als die Hälfte des gesamten Starterfeldes! Wer heute denkt, abgehängt zu sein, ist morgen ein Hot Spot – auch umgekehrt geht’s schnell vom Hero zum Zero. Die DTM nimmt auf der Zielgeraden rasant Fahrt auf: In vier Wochen, von 13. bis 15. Oktober, fällt auf dem Hockenheimring Baden-Württemberg mit zwei Finalläufen die Entscheidung. Zuvor kann sich das Blatt allerdings in Spielberg nochmals wenden, wo am 23./24. September die Saisonläufe 15 und 16 ausgetragen werden.

Ekström baut Führung trotz Strategiefehler aus, Auer nach Sieg erster Verfolger

Trotz schwieriger Bedingungen für Audi zuletzt in der Eifel und einer krassen Fehlentscheidung im Regenpoker des Samstagsrennens konnte Spitzenreiter Mattias Ekström seine Führung sogar ausbauen. 136 Zähler hat der zweimalige Ex-Champion nun auf dem Konto, neun mehr als Lucas Auer. Der gerade 23 Jahre alt gewordene Österreicher von AMG-Mercedes, vor dem Trip an den Nürburgring abgeschlagen scheinender Sechster der Tabelle, katapultierte sich mit Pole-Position und Sieg am Regensamstag auf den zweiten Tabellenplatz – und konnte diesen auch am Sonntag verteidigen, obwohl er sich mit einem Fahrfehler vom dritten Platz ins Punkte-Nirvana drehte. So verrückt spielt die DTM 2017!

Auch die Rookie-Überraschung René Rast (Audi, 124) steht trotz einer Nullrunde – nach der dritten Verwarnung ging’s ans Ende der Startaufstellung – weiter auf Tabellenplatz drei. Und wer glaubte, der amtierende Meister Marco Wittmann spiele in dieser Saison nun wirklich gar keine Rolle in der Champions League, wurde eines Besseren belehrt: Pole-Position und dritter Platz am Sonntag – zack, ist der 26-jährige Franke mit 115 Punkten Vierter und BMW-intern die neue Nummer eins. Vorbeigezogen auch am populären Ex-Formel-1-Star Timo Glock, der nun hinter dem Audi-Duo Jamie Green und Mike Rockenfeller (113/110) mit 108 Zählern nur mehr Siebter ist. Die Top-Ten beschließen Maxime Martin (BMW, 102) sowie die Mercedes-AMG-Kämpen Robert Wickens und Paul Di Resta (100/97). In den vier verbleibenden Qualifyings und Rennen werden noch 112 Punkte vergeben.

Auer: „Wer die breitesten Schultern hat, geht siegreich aus dem Kampf hervor“

Keine Überraschung: Auf der Zielgeraden geht es weniger Gentlemen-like zur Sache – sowohl im Zweikampf als auch strategisch. Letzteres obwohl die Ansagen per Teamfunk ins Cockpit seit Saisonbeginn zur Freude der Fans unterbunden sind. So hing BMW-Speerspitze Timo Glock hinter dem als Prellbock agierenden Audi-Piloten Nico Müller fest, der auf seinen gegen Rennende abgefahrenen Reifen immer früher bremsen musste. Bis Glock ihm ins Heck rauschte. Wie hatte der junge Auer kürzlich abgeklärt konstatiert? „Wer am härtesten spielt und die breitesten Schultern hat, geht siegreich aus dem Kampf hervor.“

Bemerkenswert ist auch, dass sich die Marke mit dem Stern im Schlussspurt eindrucksvoll zurückgemeldet hat. Mit cooler Strategie im Regenrennen und einem bärenstarken Auftritt der Herren Wickens und Di Resta auf trockener Piste am Sonntag in der Eifel konnte sich Mercedes-AMG nach einer Schwächephase mal wieder richtig in Szene setzen: Vierfachsieg am Samstag, Doppelsieg am Tag drauf. Auch wenn Audi derzeit bei allen Wertungen die Nase vorn hat – dank extremer Leistungsdichte ist nichts in Stein gemeißelt.

Änderungen in Fahrerlager und Boxen begeistern die Fans, Preise stabil

Freuen dürfen sich die Zuschauer auch auf die verbesserten Angebote im Fahrerlager: die von zwei auf drei erhöhte Anzahl der Pitwalks, die Boxenstopp-Trainings am Samstag- und Sonntagmorgen – und vor allem den „Pit View“. Dahinter verbirgt sich eine „gläserne“ Box pro Hersteller, aus der Inhaber eines Fahrerlagertickets die Arbeit in den benachbarten Garagen beobachten können. Und im Fahrerlager laden „Fan-Village“ mit Show-Bühne und „Foodtrucks“ zum Verweilen ein.

Die Ticketpreise sind weiterhin familienfreundlich. Ab zehn Euro ist man am Freitag dabei, am Wochenende schon für 25 Euro. Das Angebot an Family-Tickets (zwei Erwachsene und zwei Kinder bis einschl. 14 Jahre inkl. Zutritt zum Fahrerlager) wurde ausgebaut und reicht nun von 35 bis 125 Euro. Mit Print@Home-Verfahren kann man DTM-Tickets von zu Hause über www.dtm.com kaufen und ausdrucken. Auch über die DTM-Ticket-Hotline unter 01806 456 456 (0,20 Euro/Anruf inkl. MwSt. aus dem dt. Festnetz/max. 0,60 Euro/Anruf inkl. MwSt. aus dem dt. Mobilfunknetz) oder die Hotline des Hockenheimrings unter 06205 950 222 sind Tickets buchbar.