Mainz: Obstklau ist kein Kavaliersdelikt

Diebe

Mainz – Wirtschaftsdezernent Christopher Sitte, gleichzeitig auch zuständig für das Ordnungsamt und den Bereich Landwirtschaft, ist sauer wegen der zunehmenden Obstklaus in den Mainzer Gemarkungen.

„Das ist Diebstahl und kein Kavaliersdelikt, wenn man tütenweise das Obst von den Bäumen und Sträuchern entwendet.“

Die Bemerkung eines Landwirts aber zu diesen unschönen Vorfällen in der Tagespresse, er habe vom zuständigen Ordnungsamt „noch keinen gesehen“, könne er so nicht stehen lassen, stellt sich der Dezernent vor sein Amt.

Beim Ordnungsamt, das ein breites Aufgabenfeld zu bearbeiten habe, gebe es lediglich zwei Mitarbeiter, die im Wechsel im Früh- und Spätdienst für den Einsatz in den Feldern und den Landschaftsschutzgebieten zuständig seien („Feldschutz“). Die beiden Mitarbeiter müssten dabei mehrere hundert Hektar Fläche überwachen.

Zu ihren Aufgaben gehörten nicht nur zur Stelle zu sein, wenn Obst geklaut werde, sondern sie müssten sich auch um die Einhaltung der Bestimmungen in den Naturschutz- und Landschaftsschutzgebieten, illegale Müllablagerungen und das illegale Befahren der Feldwege kümmern.

Daher sei es bei der Fülle der Aufgaben leider nun einmal so, dass der für das gesamte Stadtgebiet zuständige Mitarbeiter eben gerade nicht immer genau dort sein könne, wo gerade ein Diebstahl im Feld stattfinde. Das finde auch er bedauerlich, sagt Sitte. Nur mit mehr Personal könne auch mehr Präsenz gezeigt werden und potenzielle Diebe abgeschreckt werden. Wenn man Obstklau im großen Stil beobachte, sei man mit einem kurzen Anruf bei der Polizei auf alle Fälle an der richtigen Adresse.