Ludwigshafen: Theater International bringt 18 Stücke für junge Menschen auf die Bühne

Ludwigshafen – 18 Stücke von 14 Kinder- und Jugendtheatern bringt das Festival Theater International vom 5. bis 16. November 2016 auf die Bühne. Das Festival ist auch in diesem Jahr eine Kooperation der Kulturbüros Ludwigshafen und Bad Dürkheim, des Kinder- und Jugendtheaters Speyer sowie des Jugend- und Kulturhauses Blaubär aus Haßloch. Insgesamt zeigt das Festival an allen Spielorten rund 50 Vorstellungen auf 15 Bühnen. Mit finanzieller Unterstützung des Ministeriums für Bildung, Wissenschaft, Weiterbildung und Kultur.

Das Festival Theater International hat eine lange Tradition: In diesem Jahr findet die 26. Auflage des Festivals statt, das Kinder ab drei Jahren und junge Menschen bis zum Jugendalter anspricht. Um möglichst viele Kinder zu erreichen, richtet sich das Angebot von Theater International vor allem an Kindertagesstätten und Schulen. Damit ist auch eine Vor- und Nachbereitung der Theaterstücke möglich, bei der die Erzieherinnen und Erzieher sowie die pädagogischen Fachkräfte die Erfahrungen, Fragen und Probleme der einzelnen Kinder zu diesen Themen mit einbeziehen können.

„Das Festival Theater International ist ein bewährtes und beliebtes Kooperationsprojekt, das viele Partnerinnen und Partner in der gesamten Vorderpfalz mit großer Begeisterung und großem Engagement gemeinsam stemmen. Fremdsein, Anderssein, neue Lebenssituationen begreifen: Das Programm greift viele Themen auf, die sich aktuell auf die Lebenswelt der Kinder beziehen. Dies macht das Festival Theater International zu einem Ort des Austauschs und der Begegnung, der Integration und Verständigung. Wir alle wünschen uns, dass wir dieses Angebot für die Kinder und Jugendlichen in Stadt und Region noch lange machen können“,

so Jugend- und Kulturdezernentin Prof. Dr. Cornelia Reifenberg.

Das Programm in Ludwigshafen:

Ludwigshafen ist mit 22 Vorstellungen auf zehn Bühnen dabei und rechnet mit dem Besuch von rund 2.000 Kindern und Jugendlichen. Spielorte sind neben dem Kulturzentrum „dasHaus“ auch Stadtteil-Bibliotheken oder der Gemeinschaftssaal Maudach und der KiTZ Theaterladen. Mit der KiTZ Theaterkumpanei ist ein Ludwigshafener Theater mit von der Partie. KiTZ spielt das Stück „Ein Schaf fürs Leben“ für Kinder ab fünf Jahren. In dem Schauspiel trifft ein hungriger, einsamer Wolf ein naives Schaf zwecks gemeinsamer Abendessensplanung. Kann das gut gehen? In der Geschichte verspricht ein Wolf einem ahnungslosen Schaf das Blaue vom Himmel herunter. Und das Schaf, das blöde Ding? Das fährt voll drauf ab. Verlässt die wollige Stube und geht mit dem fremden Kerl hinaus in die Wildnis. Dabei ist das Einzige, was der Wolf will: das Schaf fressen….

„Vincelot und der Feuerdrache“ ist ein Figurentheater des Theater con Cuore, Schlitz, für Kinder ab drei Jahren. Vincelot lebt als Knappe am Hofe des Königs und lernt von seinem Vetter Roland was es heißt, ein Ritter zu sein. Nur ist Roland der denkbar schlechteste Lehrmeister. Als Roland sich völlig übermütig der Aufgabe stellt, allein mit seinem Knappen gegen Fürst Finster und seinen Feuerdrachen zu kämpfen, erhält Vincelot die Chance, sich zu beweisen. Roland kneift, Vincelot aber stürmt mit seinem Schwert Jaber die Höhle zum Berg der Bosheit, um Fürst Finster in die Flucht zu schlagen. Nur hat er dabei den Feuerdrachen vergessen. Ob das gut geht?

Das Kinder- und Jugendtheater Speyer spielt das Schauspiel „Die Müllmaus“ für Kinder ab drei Jahre. Ein kaputter Staubsauger, ein Regenschirm mit Löchern, Küchenabfälle, altes Spielzeug, ein Stapel Zeitungen, ein großer Abfallsack und eine freche Müllmaus. Aus dem Küchenschränkchen vertrieben, flüchtet die obdachlose Maus in einen Müllhaufen. Die Neugier ist stärker als die Angst. Ein poetisches, interaktives Theater mit dem Appell: Gemeinsamkeit macht gerade die Kleinen stark! Und: Angst hat mal jede(r) – natürlich auch eine mutige Maus.

„Das kleine Zottel Mottel“ lebt zufrieden in seiner Zottelwelt am Fuße eines Berges. Hier hat es seine Höhle und tut wundersame Dinge. Vor allem aber will es hoch hinaus und übt fliegen. Auf der anderen Seite des Berges leben die Rüsselbohnen in ihrer Erdwelt. Sie haben einen geregelten Tagesablauf und gehen festen Ritualen nach. Nur Rüssel 4 will mehr. Als das kleine Zottel Mottel immer höher fliegt, entdecken sich die beiden – und lernen sich in ihrem Anderssein kennen. Gespielt wird das Firgurentheater vom Kölner Künstler Theater für Kinder ab drei Jahre.

Bekannt ist die Geschichte vom „Regenbogenfisch“, den die Neue Bühne, Neuwied, für Kinder ab vier Jahren als Figurentheater spielt. Der Regenbogenfisch besitzt ein schillerndes Schuppenkleid und wird deshalb von allen anderen Fischen bewundert. Eines Tages bittet ihn ein kleiner blauer Fisch um eine Glitzerschuppe, doch der Regenbogenfisch schenkt ihm keine und jagt ihn davon. Als die anderen Fische davon erfahren, will keiner mehr etwas mit dem Regenbogenfisch zu tun haben und er wird zum einsamsten Fisch im Meer. Auf Anraten des Seesterns sucht er Hilfe beim weisen Oktopus.

Die Complizen, Hannover, kommen mit dem Figurentheater für Kinder ab vier Jahren „Hast du Angst? fragte die Maus“ in die Pfalz. Puh, Mama konnte der Katze gerade noch entwischen, doch sie hatte große Angst. Was ist Angst eigentlich, fragt sich Mina. Forsch klettert sie ganz alleine aus der Mäusehöhle. Vielleicht weiß ja draußen jemand, was Angst ist. Der Elefant hat keine Angst, dafür lässt er Mina die Rüsselrutsche runter sausen. Mit dem Stinktier und seinem Sti-, Sta-, Stu-, Stinktiertanz rockt Mina den Saal und hat nicht die Bohne Angst. Doch dann trifft Mina ein Tier, das ihr Herz schneller klopfen lässt.
„Mausekuss für Bär“ heißt die Mischung aus Figurentheater und Schauspiel, die das Theater Wilde Hummel, Bochum, für Kinder ab vier Jahren zeigt. Der eigenbrötlerische Bär ist gern allein. Sein Akkordeon, sein Honig und viel schlafen, das genügt zum Glücklich sein, oder nicht? Eines Morgens bringt eine neugierige, kleine Maus sein ganzes, schönes, gemütliches Leben durcheinander… Es muss erst einiges passieren, bis Bär sein Frühstück mit Maus teilt und dabei eine unglaubliche Entdeckung macht: Zu zweit ist es viel schöner als allein.

Das Theater Zitadelle, Berlin, ist mit dem Figurentheater „Die Steinsuppe“ für Kinder ab fünf Jahren beim Festival zu Gast. Es ist Nacht. Ein alter Wolf nähert sich dem Dorf der Tiere. Er klopft bei der Henne an. Sie erschrickt, als sie ihn sieht, aber er beruhigt sie: „Ich bin alt und habe nur noch einen Zahn. Lass mich herein, ich will mich am Feuer wärmen und eine gute Steinsuppe kochen!“ Steinsuppe? Davon hat die Henne noch nie etwas gehört. Neugierig öffnet sie die Tür und lässt ihn ein. Nach und nach kommen die Tiere des Dorfes. Sie haben gesehen, dass der Wolf im Haus der Henne verschwand, und machen sich Sorgen um die Nachbarin.

Im Frühjahr werden sie gemeinsam mit den Blättern geboren, winzige Wesen: Waldpüffchen, Klinkerlitzchen oder auch Blattwinzlinge genannt. Von Menschen unerkannt leben sie dort auf ihren Blättern, genießen den Frühlingswind, duschen im Sommerregen und freuen sich das ganze Jahr auf ihren großen Flug: Wenn die Herbstwinde sie mitsamt ihren Blättern wild durch die Lüfte tanzen lassen…bis sie am Boden wieder zu Erde werden. Das ist das Abenteuer ihres Lebens. Es geht aber das Gerücht um, dass im letzten Jahr ein Winzling nicht geflogen sei, dass er Dinge wie „Winter“ und „Schnee“ gesehen hätte, und er habe Haut wie Baumrinde und Moos im Gesicht. Ein Blattwinzmädchen macht sich schließlich auf den Weg, diesen seltsamen Alten kennenzulernen… Das Buchfink-Theater, Göttingen, zeigt die „Blattwinzlinge“ als Figurentheaterstück für Kinder von fünf bis zehn Jahren.

„Ali Baba und die 40 Räuber“ zeigt das Marotte Figurentheater, Karlsruhe, für Kinder ab fünf Jahren. Es war einmal ein Zauberwort, das konnte Felsen öffnen. Es war einmal ein Mädchen, das besiegte 40 wilde Räuber. Es war einmal ein Land, da wohnten Geister in Lampen, und Teppiche konnten fliegen. Und das alles ist wahr. Denn im Orient und im Märchen ist alles möglich.

„Die Schöne und der Schmied“ vom Marc Schnittger Figurentheater, Kiel, richten sich an Kinder ab sechs Jahren. Das Dorf Dikanka ist im eiskalten russischen Winter von seinen Bewohnern verlassen. Sie kehren erst mit dem Frühjahr zurück. Nur Wakula, der Dorfschmied, hat es warm an seinem großen Ofen und denkt deshalb nicht daran, den Winter in der Stadt zu verbringen. In seiner Schmiede haust sein Freund, ein Feuerteufel, der den Ofen heizt und Wakula bei der Arbeit hilft. Bevor das Dorf gänzlich leer ist, haben beide einen letzten Auftrag zu erledigen.

Ebenfalls ein Stück des Marc Schnittger Figurentheaters, Kiel, ist „Jonas und der Engel“ für Kinder ab sechs Jahren. In dem verfallenen Kloster St. Polterstein lebt der alte Mönch Bonifatius. Da das altersschwache Gebäude einzustürzen droht, bekommt der Engel Minetti die himmlische Weisung, Bonifatius zu beschützen. Dieser scheinbare Routineauftrag erweist sich jedoch als Kraftakt sondergleichen, denn der behäbige Mönch will unter gar keinen Umständen sein Kloster verlassen. Außerdem glaubt Bonifatius nicht an Engel und kann Minetti deshalb weder sehen noch hören. Verzweifelt vertraut sich der Engel dem achtjährigen Jonas an.

Frei nach Otfried Preußlers Stück „Die kleine Hexe“ bringt die Kompanie Handmaids, Berlin, die Erzählung als Figruentheater und Schauspiel für Kinder ab sechs Jahren auf die Bühne. Die kleine Hexe hat Ärger! Denn mit 127 Jahren ist sie noch zu jung um bei der Walpurgisnacht mit zu tanzen. Und obwohl ihr treuer Rabe Abraxas versucht sie zurück zu halten, reitet sie heimlich doch auf den Blocksberg. Prompt wird sie von ihrer Muhme Rumpumpel erwischt und vom Hexenrat bestraft. Im nächsten Jahr darf sie nur dann mittanzen, wenn sie bis dahin gelernt hat, eine gute Hexe zu werden. Nun heißt es üben. Ob sie die schwierige Prüfung bestehen wird?

In der eiskalten Region der Antarktis erleben zwei recht unterschiedliche Typen, ein „zugereister“ Eisbär und ein Pinguin, was es bedeutet, Gewalt mit Zivilcourage zu begegnen. Unterdrückt von dem großen und bedrohlichen Vogel „King“ und seiner Pinguinbande finden sie zueinander und schließen Freundschaft. Gemeinsam gelingt es ihnen, den bis dahin übermächtigen Vogel in die Flucht zu schlagen. „Eiskalte Zeiten“ ist eine Produktion des Hille Pupille Figurentheaters, Dülmen, für Kinder ab sechs Jahren.

Das Hille Pupille Figurentheater zeigt zudem beim Festival das Stück „Der überausstarke Willibald“ für Kinder ab sechs Jahren. In gefährlichen Zeiten braucht das Rudel einen Boss. Das meint zumindest der überaus starke Willibald. Klar, dass er dieser Boss ist. Doch jetzt kommen erst recht schlimme Zeiten für das Rudel und die weiße Lillimaus. Nur langsam regt sich der Widerstand gegen die Herrschaft Willibalds und seines Helfers Josefmaus.

Das mitveranstaltende Kinder- und Jugendtheater, Speyer, erzählt für Kinder ab acht Jahren die Geschichte „Die Wanze“. Wanze Muldoon ist, wie der Name schon sagt, ein Käfer – und von Beruf Privatdetektiv. Der beste und billigste Schnüffler im ganzen Garten (und auch der einzige). Wozu man im Garten einen Detektiv braucht? Weil auf der großen Wiese zwischen
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Gänseblümchen und Löwenzahn nicht nur friedfertige Krabbeltiere wohnen, sondern auch beinharte Schurken. Als Ohrwurm Eddie verschwindet, merkt die Wanze schnell, dass dies mehr als ein Routinefall ist. Der gesamte Garten ist in allerhöchster Gefahr.
„Die furchtlosten Vampirkiller“, ein Figurentheater mit Schauspiel, zeigt das Theater con Cuore, Schlitz, für junge Leute ab zwölf Jahren. Zuschauerinnen und Zuschauer erleben die Geschichte von Roman Polanskis „Tanz der Vampire“ als einzigartige Umsetzung für das Figurentheater. Auf der Suche nach Beweisen für die Existenz lebender Toter zieht es Professor Abronsius und seinen Assistenten Alfred in die verschneiten Karpaten zum Gasthof von Jeuni Schagal. Sehr schnell finden sich Anzeichen, die die Theorien des Professors bestätigen, doch will anscheinend niemand in der Schänke auf die Fragen des Professors eingehen…

Aktuelle Bezüge hat das Figurentheater „Unter Fremden“, präsentiert vom Kölner Künstler Theater, für alle ab zwölf Jahren. Alkofa aus Eritrea und Kharim aus Syrien, lernen sich in einem Flüchtlingsheim kennen. Stefan macht dort Sozialstunden. Er ist mit Leuten aus der rechten Szene befreundet. Stefan kommt aber Alkofa und Kharim näher, die ihm ihre Geschichte erzählen, so dass die Zuschauer diese miterleben. Dann passiert ein Anschlag…

Viele der Aufführungen sind bereits gut gebucht, Karten gibt es in Ludwigshafen insbesondere noch für „Die kleine Hexe“, am Sonntag, 6. November, 11 Uhr; für „Vincelot und der Feuerdrache“ am Dienstag, 8. November, 15 Uhr; für „Der überausstarke Willibald“ am Mittwoch, 9. November, 10 Uhr; für „Eiskalte Zeiten“ am Freitag, 11. November, 10 Uhr; für die beiden Vorstellungen von „Ein Schaf fürs Leben“ am Freitag, 11. November, 9 und 11 Uhr, sowie für „Unter Fremden“ am Montag, 14. November, 10 Uhr.

Information und Anmeldung beim Kulturbüro, Telefon 0621 504-2263/-2262, Fax 0621 504-2887, E-Mail gabriele.boehler@ludwigshafen.de. Der Eintritt kostet für Kinder 3 Euro.

Das Programm gibt es auch im Internet unter www.ludwigshafen.de.