Neustadt: Halbzeit beim Lesesommer Rheinland-Pfalz

Heinz Pieper, Thai Son Nguyen (11 Jahre) und Finn Kirchberg (11 Jahre) bei ihrer Buchbesprechung. (Foto: Stadtverwaltung Neustadt an der Weinstraße)
Heinz Pieper, Thai Son Nguyen (11 Jahre) und Finn Kirchberg (11 Jahre) bei ihrer Buchbesprechung. (Foto: Stadtverwaltung Neustadt an der Weinstraße)

Neustadt an der Weinstraße – Vor rund vier Wochen, am 4. Juli 2016, fiel der Startschuss für den 9. Lesesommer Rheinland-Pfalz. Seitdem haben sich in der Stadtbücherei Neustadt an der Weinstraße über 400 Kinder und Jugendliche dafür entschieden, einen Teil ihrer Freizeit und ihrer Ferien mit Lesen zu verbringen und sich für den Lesesommer angemeldet.

Innerhalb der neunwöchigen Lese- und Sprachförderaktion haben sie die Möglichkeit, tolle neue Bücher auszuleihen und mit engagierten Frauen und Männern, die sich zum Teil schon seit Jahren für den Lesesommer stark machen und ehrenamtliche Arbeit in der Stadtbücherei leisten, zu reden. Angeschafft wurden etwa 1.000 neue Bücher.

Diese Gespräche sind für die Erwachsenen und viele Kinder und Jugendlichen inzwischen zu einem „Highlight des Sommers geworden“ – so formuliert es Dorothee Lude, die sich schon im Voraus auf die Unterhaltung mit den lesebegeisterten Profis und Leseanfängern freut. Ein ehemaliger Lehrer äußert sich dahingehend, dass er „nie gedacht hätte, dass Kinder so gern über Bücher sprechen“. Diese Einschätzung können die Mitarbeiterinnen der Stadtbücherei nach den Erfahrungen der letzten acht Jahre nur bestätigen.

Das pädagogische Konzept des Lesesommers berücksichtigt die individuellen Fähigkeiten der Schüler und Schülerinnen und deren Vorlieben. Diejenigen, die vielleicht noch nicht in der Lage sind, eine umfangreiche Lektüre zu bewältigen und den Inhalt ausführlich wiederzugeben, wählen Bücher aus, die sie aktuell mit Freude lesen können und stärken so ihre Lesekompetenz. Andere müssen vielleicht erst eine Vertrauensbasis zu den für sie fremden Erwachsenen aufbauen, um über ihre Leseerlebnisse reden zu können. So findet neben der Lese- und Sprachförderung auch eine Entwicklung im sozialen Miteinander statt. Ferienerlebnisse, Erlebnisse in der Schule oder andere Themen, die die Kinder und Jugendlichen beschäftigen, kommen immer wieder zur Sprache und oftmals entstehen nette und bereichernde Verbindungen zwischen „Jung und Alt“.

Zum ersten Mal besteht in diesem Jahr auch die Möglichkeit, Online-Buchtipps für die gelesenen Bücher zu verfassen und über www.lesesommer.de an das Landesbibliothekszentrum Rheinland-Pfalz (LBZ), das den Lesesommer 2008 ins Leben gerufen hat, zu schicken. In einer ersten Rückmeldung des Landesbibliothekszentrums ist von etwa 150 Online-Buchtipps täglich die Rede, was bei einer Teilnehmerzahl von knapp 20.000 im vergangenen Jahr noch nicht sehr viel ist. Das neue Angebot, das der Lebensrealität der Jugend Rechnung trägt und das Internet einbezieht, ist vermutlich auch noch nicht jedem bekannt. Eine genaue Auswertung seitens des LBZ wird es nach Ablauf des Lesesommers geben.

Doch im Moment ist „Halbzeit“ und für alle Kinder und Jugendlichen von sechs bis 16 Jahren besteht noch immer die Möglichkeit, sich anzumelden und mitzumachen!

Tolle Preise, die alle von Neustadter Sponsoren gestiftet wurden, werden während des Lesesommer-Abschlussfestes am 14. September 2016 unter allen erfolgreichen Teilnehmern und Teilnehmerinnen, die anwesend sind, verlost. Den ersten Preis – ein Fahrrad – haben die Bürgerstiftung Neustadt und Fahrrad Trimpe gestiftet. Zudem findet eine landesweite Verlosung statt, bei der es ebenfalls tolle Preise zu gewinnen gibt.

Weitere Informationen in der Stadtbücherei, die auch in den Ferien zu den üblichen Zeiten geöffnet ist, oder unter www.lesesommer.de.